Tatabánya (Totiserkolonie)

Tatabánya (Totiserkolonie)

Ungefähr 50 Kilometer von Budapest entfernt befindet sich die moderne Stadt Tatabánya. Sie ist ein beliebtes Touristenzentrum, da die Stadt sehr viel Erfahrung mit dem Bergbau hat, und auch dementsprechende Museen und Ausstellungen präsentiert. Das Wahrzeichen von Tatabánya ist die Statue des mächtigen Turul-Vogels, der eine Flügelbreite von 15 Metern hat und damit die größte Vogelstatue Europas ist. Er steht auf dem Steinberg und bewacht Tatabánya mit seinem Schwert und seiner Krone. Die Erreichbarkeit ist sehr einfach, da die M1 Autobahn direkt an der Stadt vorbeiführt.

Tatabánya ist bereits seit den Urzeiten besiedelt gewesen. Später nutzten Römer, Kelten und viele weitere Stämme den Ort, um sich niederzulassen. Angeblich griffen die Magyaren den Mährenfürsten genau an dieser Stelle an und vernichteten das feindliche Heer vollkommen. Aufgrund der Türkenkriege im 17. Jahrhundert blieb die Gegend aber fast vollkommen unbewohnt. Erst 1733 erlebte Tatabánya eine Wiedergeburt, als Deutsche Siedler in die Gegend kamen. Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckte man Kohleerze und begann mit den Bergbau in Tatabánya. Dementsprechend entstand eine Bergbaukolonie. 1947 vereinigten sich die Gemeinden Obergalla, Untergalla, Bánhida und Tatabánya zur heutigen Stadt, wie man sie kennt.

Aufgrund der übersichtlichen Stadtstruktur, kann man einen Rundgang in der Innenstadt machen, und auf diese Weise Tatabánya näher kennen lernen. Das Stadtmuseum von Tatabánya zeigt eine gefiederte Sammlung bestehend aus Federschmuck aus Süd- und Nordamerika. Der heutige Stadtteil Bánhida beherbergt die Pfarrkirche, die eine rekonstruierte Schulklasse aus dem Jahr 1920 besitzt. Für Freunde des Automobils ist das Oldtimermuseum mit mehr als 50 Oldtimern das richtige, bei welchen man sich die klassischen Wagen ansehen kann. In dieser Region kann man auch eine wunderbare Shoppingtour unternehmen oder einen Cáfé in einem sonnigen Lokal trinken.

Auch wenn der aktive Bergbau in Tatabánya bereits seit einigen Jahren eingestellt ist, kann man dennoch die Museen und Ausstellungen begutachten. Im Bergfreilichtmuseum zum Beispiel kann man in Schacht 15 hinabsteigen, und so die Maschinerie und Ausrüstung der Bergleute der vergangenen Jahrzehnte kennen lernen. Die Ausstellungsräume zeigen ebenfalls Fossilien, verschiedene Gesteine und sogar das weltweit seltene “Mellit” Mineral, dass nur an wenigen Fundorten vorhanden ist. Damit man gut informiert wird, gibt es spezielle Führungen durch das Bergbaumuseum, die sich mit unterschiedlichen Themen beschäftigen.

Sobald man sich Tatabánya selbst angesehen hat, sollte man noch einen Ausflug in die nähere Umgebung machen. Man kann zum Beispiel auf den Steinberg wandern, und sich den Turul Vogel aus der Nähe ansehen.  Die Statue kann man über einen angenehmen Pfad erreichen. Ebenfalls sehr empfehlenswert ist die Selim-Höhle mit wunderbaren Gesteinsformationen und Strukturen. Das Gerecse Gebirge bietet ausgezeichnete Gelegenheiten für eine Wandertour.

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