Érd (Hanselbeck)
Auch wenn sich Érd in der direkten Peripherie von Budapest befindet, gehört die Stadt mit einer sehr weiten Ausdehung und einer Einwohnerzahl von 60.000 zu den größten Städten Ungarns. Die Siedlungsweise von Érd ist für Ungarn eher untypisch, sie passt mehr zu den amerikanischen Straßendörfern, was die Infrastruktur zu einer Rarität in Ungarn macht. Auch die ethnischen Gruppen sind in der Stadt sehr verschieden. Den Gästen von Érd fallen sofort die vielen Park- und Grünanlagen auf, die die Stadt verschönern und in allen Farben erblühen lassen.
Érd kann wahrhaftig als eine der ältesten Siedlungsstätten Ungarns genannt werden. Archäologische Funde Beweisen, dass hier bereits vor 50.000 Jahren Menschen gelebt haben. Die sogenannte Wallburg stammt aus der Bronzezeit, während die verschiedenen Hügelgräber aus der Eisenzeit stammen. Diese Artefakte aus vergangenen Jahren bieten eine vortreffliche Grundlage für Ausstellungen und Museen. Wie viele andere Städte wurde Érd im 16. Jahrhundert von den Osmanen erobert, und erst im 17. Jahrhundert wieder befreit. Nach der Befreiung siedelten sich nicht nur Serben, sondern auch Deutsche und Slowaken in der Stadt an und bauten die Stadt wieder auf. In den folgenden Jahren hing das Schicksal von Érd sehr von dem von Budapest ab.
Heute ladet Érd seine Gäste mit einer übersichtlichen Infrastruktur ein. Während man einen Spaziergang durch die Stadt macht, kann man sich die Sehenswürdigkeiten von Érd ansehen. Eine sehr interessante Sehenswürdigkeit ist das Minarett von Érd mit einer Höhe von 23 Metern. Die Moschée selbst existiert nicht mehr, da sie im 19. Jahrhundert von einem Hochwasser mitgespült und zerstört wurde. Bei einer Anfrage kann man auf den Turm steigen und einen sehr schönen Ausblick genießen. Von der Moschée ist auch noch die Gebetsnische erhalten.
Weiters bietet die Innenstadt von Érd noch die Kirche St. Michael und die Überreste der Hundeburg. Angeblich war diese Burg einst das Jagdschloss von König Matthias Corvinus. Auch die Museen bereichern das Wissen und zeigen interessante Exponate. Dazu gehören das ungarische Geographische Museum und das Radio- und Fernsehmuseum. Während man in einem Museum mehr über die geographischen Strukturen Ungarns erfahren kann, bietet das andere Museum einen Einblick in die modernen Medien Ungarns und wie sie sich entwickelt haben.
Sobald man sich die Innenstadt von Érd angesehen hat, sollte man unbedingt in der näheren Umgebung die Hügelgräber und die Überreste aus vergangenen Jahrtausenden ansehen. Mit geführten Touren werden nicht nur die Exponate gezeigt, sondern auch erklärt, wie die Menschen damals gelebt haben. Somit kann man einen geschichtlichen Ausflug auch mit der ungarischen Kultur in Érd kombinieren und genießen.
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