Osterspeisen in Ungarn
Egal ob es sich um gläubige Ungarn handelt oder nicht, es gibt eine Sache, auf sich in Ungarn jeder während der Osterzeit freut. Es handelt sich hierbei selbstverständlich um die Osterspeise. Während den Feiertagen gibt es die verschiedensten Fleischsorten, sowie einige Beilagen. Interessanterweise stammen die Zutaten sowohl von den kirchlichen Osterbräuchen als auch von den weltlichen Osterbräuchen. Daher isst man die Osterspeise sehr gerne, da es sich nicht direkt um einen religiösen Brauch handelt, sondern es eine Möglichkeit bietet, die gesamte Familie versammeln zu können.
Zu einer Osterspeise gehören einige Lebensmittel, die nicht fehlen dürfen. Im Mittelpunkt stehen das Osterlamm, hartgekochte Eier, verschiedene Schinkensorten und das Zopfbrot. Aus dem religiösen Bereich kommt zumindest bei den Katholiken das geweihte Fleisch, welches bei der Fleischweihe an die Gemeinde verteilt wird. Die Eier sind meist Ostereier, die gefärbt worden sind, und somit sehr dekorativ sind. Da die Ungarn auch sehr gerne Senf und Kren zur Osterspeise zu sich nehmen, kommt das köstliche Zopfbrot ins Spiel, das etwas süßlich schmeckt.
Es gibt auch zwei interessante Fakten bezüglich der Osterspeisen in Ungarn. Zum einen gab es in den früheren Jahrhunderten das Wort “Kókonya” für die Speisen in der Osterzeit. Mit den verschiedenen Regionen wandelte sich die Bedeutung des Wortes stetig. In Südungarn steht das Wort für die hartgekochten Eier, und in Transdanubien nennt man die Osterspiele “Kókonya”.
Zum anderen pflegt man besonders in den ländlichen Regionen zwei besondere Bräuche bezüglich der Osterspeisen. Die Kirche weiht meist auch Ostereier, die später beim essen verspeist werden. Eine alte Tradition ist es, dass jedes Familienmitglied eines dieser Eier erhält, egal ob man sich gerade in der Gemeinde befindet oder nicht. Auf diesem Wege zeigt man die Verbundenheit zur Familie. Die Osterspeise wird in den ländlichen Regionen auch auf keinen Fall weggeworfen. Aus alten Ritualen ist der Brauch geblieben, dass man die Reste an die Tiere verfüttert, Knochen auf Bäumen aufhängt und die Asche auf den Acker verstreut, damit das kommende Jahr umso ertragreicher wird.
Man denkt jetzt vielleicht, dass ein ungarisches Osteressen zum allgemeinen Osteressen keinen Unterschied aufweist. Falls man aber gerade auf einem Osterereignis ist, dann sollte man unbedingt eine Osterplatte probieren, da die Speisen zusätzlich noch den ausgezeichneten Beigeschmack des ungarischen Essens haben. Allein der einzigartige ungarische Senf lässt das Fleisch ausgezeichnet schmecken. Viele Familien bereiten auch ein Osterlamm zu, zu welchem man ein leckeres Zopfbrot essen kann. Auch die Eier schmecken sehr gut mit etwas Kren oder einer saftigen Paprika.
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