Der ungarische Erfinder László Bíró (Kugelschreiber)
Einleitung:
Auch im Zeitalter von Smartphones und Hochleistungslaptops gibt es einige Alltagsgegenstände, die zwar nicht mehr ganz zeitgemäß sind, aber dennoch sehr häufig verwendet werden. Einer dieser Gegenstände ist der Kugelschreiber. Dieses praktische Massenprodukt ermöglicht es Ideen zu notieren, Teile eines Textes zu markieren oder eine kleine Nachricht zu schreiben. Obwohl Jeder etliche Kugelschreiber besitzt, wissen nur die Wenigsten wo sie eigentlich herkommen. Diese Erfindung stammt nämlich vom Ungarn László József Bíró, der mit diesem unscheinbaren Stift etliche Aspekte des Lebens im 20. Jahrhundert revolutioniert hat. Herr Bíró hat aber noch viele andere Erfindungen im Lauf seines Lebens präsentiert.
Geschichte:
László Bíró wurde am 29. September 1899 in Budapest geboren. In seinen frühen Jahren wurde er sehr von seinem Vater geprägt, der als Zahnarzt praktizierte und Geräte für seine Behandlungen erfand, die ihm das Arbeiten erleichterten. Während dem Ersten Weltkrieg wurde er einberufen, jedoch weigerte er sich in den Kampf zu ziehen und versteckte sich in Budapest bis der Krieg vorbei war. Nach 1918 studierte László Bíró Medizin, aber schon nach kurzer Zeit gab er dieses Vorhaben auf und widmete sich einem ganz anderen Interessensgebiet, nämlich der Hypnose. Eine Zeit lang schien dieses Tätigkeitsfeld die Bestimmung des ungarischen Erfinders zu sein, jedoch gab er das Thema nach einer gefährlichen Situation, in der er verwickelt war, gänzlich auf.
Die folgenden Jahre waren für László Bíró durchaus abenteuerlich und ungewöhnlich. Er arbeitete an unterschiedlichsten Orten und kaufte sich mit seinen Einnahmen einen Bugatti Rennwagen, mit dem er auch Rennen gewann. Er war auch als Künstler tätig und malte und meißelte Kunstwerke, die durchaus positiv beurteilt wurde. Ab 1932 war er auch als Journalist tätig und baute unter anderem die Zeitung Hongri-Magyarország-Hungary auf. In diesen Jahren sammelte er Erfahrungen in den verschiedensten Lebensbereichen, bis ihm die Idee des Kugelschreibers kam und er sich in den folgenden Jahren dieser Idee verschrieb.
Im Jahr 1938 wanderte László Bíró aus Ungarn aus, da er aufgrund der politischen Situation des Landes verunsichert war. Er wohnte wenige Jahre in Paris, bis die Stadt und das Land von den Deutschen besetzt wurden. Nach diesen Ereignissen floh er zunächst aus Frankreich nach Spanien und dann nach Argentinien. Die Einreise gelang László Bíró ohne Probleme, da er Jahre zuvor durch Zufall den argentinischen Präsidenten in Europa traf und ihm seinen ersten Kugelschreiber zeigte, woraufhin ihn der Präsident nach Argentinien einlud, um seine Forschung dort fortzuführen. Somit erhielten er, seine Frau und seine kleine Tochter eine neue Heimat.
In Argentinien konnte sich László Bíró ohne finanzielle Sorgen um seine Erfindungen kümmern. Er erhielt Mitarbeiter, eine Produktionshalle und genügend Subventionen, um weiter an seinem Kugelschreiber arbeiten zu können. Als die Vereinigten Staaten den Aufenthaltsort von Bíró ausfindig machten, versuchte die Regierung ihn mehrmals davon zu überzeugen in die U.S.A. zu emigrieren. Die berühmte ungarische Persönlichkeit lehnte das Angebot aber ab und wies mehrmals darauf hin, dass er sicher nicht das Land verlassen würde, das ihn so freundlich aufgenommen hatte. In den folgenden Jahren arbeitete er an weiteren Erfindungen die in den späteren Jahren zu Alltagsgegenständen werden sollten.
Am 24. November 1985 verstarb László Bíró in Buenos Aires, nachdem er ein erfülltes Leben genießen konnte. Kurioserweise wurde der Ungar von Argentinien als Staatsheld gefeiert und bis heute gilt er als größter Erfinder des Landes. Aber nicht nur in Südamerika, sondern auf der ganzen Welt haben die Erfindungen von Bíró Berühmtheit erlangt, denn er hat zum Beispiel auch ein Automatikgetriebe für Fahrzeuge und den Kugeldeoroller erfunden. International wurde László Bíró zu den großen Erfindern des 20. Jahrhunderts ernannt und insbesondere Journalisten sehen ihn schon fast als Schutzpatron an, denn sein Kugelschreiber hat den Journalismus mehr als vereinfacht. Letztendlich gelang es ihm seinen Lebenstraum von der Erfindung eines Kugelschreibers vor seinem Tod zu erfüllen.
Informationen und Fakten:
Der Kugelschreiber von László Bíró eliminierte ein Problem, welches alle Lebensbereiche betraf, die auf handschriftliche Notizen angewiesen waren. Vor dem Kugelschreiber mussten Dokumente mühsam mit Federn und Tinte ausgefüllt werden, was einerseits diese Utensilien, andererseits einen ruhigen Untergrund voraussetzte. Für Journalisten und Menschen, die viel reisten, war diese Art des Schreibens eine sehr mühsame Arbeit. Daher war der Erfolg des neuen Kugelschreibers auch vorprogrammiert und bis heute wird in vielen Ländern zum Kugelschreiber auch "Biro" gesagt wie zum Beispiel in Großbritannien, Russland oder Italien.
László Bíró erfand aber auch ganz andere Dinge, die heute als selbstverständlich gelten. Aus seiner Zeit als Rennfahrer entwickelte er zum Beispiel ein Automatikgetriebe, welches die manuelle Gangschaltung hätte ablösen können. Das Patent wurde aber von General Motors aufgekauft, damit keine Konkurrenz diese Getriebeart verwenden konnte. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte er auch einen Parfüm-Roller, welcher der Vorgänger des Deorollers war. Die Kampagne zur Vermarktung in den U.S.A. lief aus verschiedenen Gründen schief, aber das Konzept wurde später übernommen und bis heute werden Deoroller in Geschäften und Supermärkten angeboten und verkauft.
Insgesamt hatte László Bíró über 20 verschiedene Erfindungen in den verschiedensten Sektoren. Neben dem Kugelschreiber, einem Automatikgetriebe und dem Vorläufer des Deorollers erfand er auch eine Waschmaschine, ein Thermometer für das Handgelenk und sogar eine eigene Plastikart, die er Birolit taufte. Auch wenn all diese Erfindungen ein wenig zur Modernisierung der Welt beitrugen, so ist László Bíró an sich bis heute ein Vorbild für viele Menschen. In Argentinien ist ihm der Tag der Erfinder gewidmet und auch in Ungarn wird oft darauf verwiesen, was dieser Mann erreicht hat und wie er die Welt verändert hat. Von seinen Lebenszielen bis hin zu seiner Treue zu Argentinien hat er viele Menschen beeindruckt und mit seinen Erfindungen noch viel mehr Menschen geholfen ein erleichtertes Leben zu führen.
Zusammenfassung:
Somit kann gesagt werden, dass László Bíró ein sehr vielseitiger Erfinder mit ausgezeichneten Charakterzügen war, dem die Wissenschaft immer am Herzen lag. Mit seinem Kugelschreiber erleichterte er das händische Schreiben für folgende Generationen und bis heute wird man fast keinen Haushalt ohne Kugelschreiber finden. Während seinen Jahren in Argentinien kurbelte er die dortige Wirtschaft an und trug zum geistigen Erbe des Landes bei. Für Journalisten ist er inzwischen sogar zu einem Heiligen geworden, der den mobilen Journalismus ermöglicht hat. Wenn Sie also das nächste Mal einen Kugelschreiber zur Hand nehmen, um eine Notiz zu machen oder eine Nachricht zu schreiben, dann wissen Sie das László Bíró dies ermöglicht hat.
Weitere relevante Informationen
Original Ungarischer Name: Bíró László József
Erfindungen: Kugelschreiber / Automatikgetriebe / Vorgänger des Deorollers
Grabstein: In Buenos Aires, Argentinien
Biographische Zusammenfassung der Encyclopedia Britannica (Englisch):
http://www.britannica.com/EBchecked/topic/66671/Laszlo-Jozsef-Biro
Bildquellen und Bildrechte:
(1) Victor Sueiro, Editorial V.S.D., 1ra edición, año 1979
(2) vbali.hu/biro/
(3) Pavel Krok, 2005, Creative Commons 3.0
(4) Roberto Fiadone, 2012, Creative Commons 3.0
Rechte:
© by www.Urlaub-Ungarn.at (Stand 2015, H)
