Der Luftfahrtpionier Asboth Oszkár

Der ungarische Erfinder Oszkár Asboth (Helikopter)

Oszkár Asboth war schon während seiner Schulzeit vom Fliegen begeistert und dieser Traum ließ ihn zu einem Luftfahrtpionier werden (1)
Das PKZ-2 Modell war der zweite Hubschrauberprototyp den Asboth entwickelte und der für kurze Zeit auch vom Boden abheben konnte (2)
In der zivilen Nutzung der Hubschrauber gibt es etliche Verwendungszwecke so wie dieser Hubschrauber, der bei einem Löscheinsatz Wasser abwirft (3)
Ursprünglich wurden Hubschrauber vom Militär genutzt und auch heute werden sie in diesem Bereich verwendet, so wie dieser ungarische Kampfhubschrauber (4)

Einleitung:

Helikopter oder Hubschrauber sind aus der heutigen Luftfahrt nicht mehr wegzudenken. Egal ob es sich um Kampfhubschrauber oder um Rettungshubschrauber handelt, diese Art des Fliegens hat sich nach dem 2. Weltkrieg weltweit etabliert. Als Vater der Helikopter wird Oszkár Asboth bezeichnet, der zu den berühmten ungarischen Persönlichkeiten gehört. Sein Pioniergeist und seine technologischen Ideen und auch Umsetzungen haben für den Beginn der Forschung an Helikoptern gesorgt. Oszkár Asboth war bereits von Kindesalter an vom Fliegen fasziniert und so war es auch nicht überraschend, dass er die Karriereleiter in der Luftfahrt in der damaligen Österreich-Ungarischen Doppelmonarchie sehr schnell hinaufkletterte.

Geschichte:

Geboren wurde Oszkár Asboth am 31. März 1891 in der Ortschaft Pankota, die damals noch zu Ungarn gehörte und heute im rumänischen Bezirk Arad liegt. In seinen jungen Jahren besuchte er das Gymnasium in Arad und erhielt somit seine erste Ausbildung. Schon damals begeisterten ihn Nachrichten aus Frankreich, die mit der Luftfahrt zu tun hatten. Erste Flugerfolge und die Bedeutung von Flugzeugen in der Gesellschaft und im Militär waren im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts ein spannendes Thema. So überlegte sich auch Oszkár Asboth während seiner Schulzeit, welche Flugzeugkonzepte möglich wären und welchen nutzen sie hätten.

Nach seiner abgeschlossenen Ausbildung im Jahre 1909 beschloss Oszkár Asboth sich hauptsächlich mit der Flugtechnik zu beschäftigen. Während die ganze Welt daran arbeitete die erfundenen Flugzeuge zu optimieren, hatte der ungarische Erfinder einen anderen Grundgedanken. Er wollte eine Flugmaschine erfinden die keinen Anlauf benötigte, sondern direkt vom Boden abheben konnte, wodurch der moderne Gedanke des Helikopters entstanden war. Große Herausforderungen bestanden in der Stabilisierung des Flugzeuges und die Aufbringung von genügend Energie, um ein solches Gefährt schweben lassen zu können. Zunächst baute Oszkár Asboth aber ein einfaches Fluggerät, welches mit einem Motorrad angezogen wurde und schaffte damit erste Kurzflüge, um die Erkenntnisse der Flüge für spätere Modelle nutzen zu können.

Ab diesem Zeitpunkt wurde der Name Oszkár Asboth in Österreich-Ungarn sehr schnell bekannt. Zunächst entwickelte er einen automatischen Stabilisator, welcher in seinem ersten motorisierten Flugzeug eingebaut wurde. Das Österreich-Ungarische Verteidigungsministerium wurde auf dieses System aufmerksam und lud ihn zu einem Kongress ein, bei dem er und seine Kollegen geehrt wurden. 1912 erhielt Oszkár Asboth eine Flugzeugproduktionslizenz mit der er in Ungarn die erste Manufaktur für Flugzeuge eröffnen konnte. Diese Erfolge motivierten den Wissenschaftler weiter an Flugzeugen, aber auch an seiner Idee des Hubschraubers zu arbeiten. Während des Ersten Weltkrieges wurden Propellersysteme immer bedeutender und auch Oszkár Asboth arbeitete an optimierten Propellern und Motoren für Flugzeuge.

Nach dem Ersten Weltkrieg präsentierte Oszkár Asboth sein erstes Hubschraubermodell, den PKZ-1. Dieser mit einem Elektromotor betriebener Prototyp setzte zwar die Grundform für heutige Helikopter, musste jedoch noch überarbeitet werden um effizient zu funktionieren. Nach diesem Prototyp im Jahre 1918 baute der ungarische Wissenschaftler weiter an diesem Modell und entwickelte bald das Folgemodell, den PKZ-2. In den folgenden 10 Jahren konzentrierte sich Oszkár Asboth fast ausschließlich auf Helikopter, da er hiermit seinen Lebenstraum erfüllen wollte ein neues Konzept des Fliegens zu ermöglichen. Es entstanden in dieser Zeit weitere Hubschraubermodelle bis im Jahr 1928 der große Erfolg stattfand.

Am 9. September 1928 setzte sich der Pilot István Hosszú in den aktuellen Prototypen von Oszkár Asboth und folgte dessen Anweisungen. Der Start war ein voller Erfolg und das Gefährt erreichte sogar eine Höhe zwischen 30 und 50 Metern. Nach diesem weltweit ersten Erfolg experimentierte Oszkár Asboth weiter an Propellern und arbeitete nicht nur in Ungarn, sondern auch in Frankreich, Großbritannien und Deutschland. Während dem 2. Weltkrieg kehrte er aus Deutschland nach Ungarn zurück und erstellte Experimente für propellerbetriebe Boote. Bis zu seinem Tod am 27. Februar 1960 in Budapest veröffentlichte er Publikationen und arbeitete an der Aviationstechnik. Nicht nur während seinem Leben, sondern auch nach seinem Tod wurden ihm diverse Auszeichnungen und Ehrentitel verliehen.

Informationen und Fakten:

Die Grundidee des modernen Helikopters war mit Oszkár Asboth geboren, jedoch dauerte es noch einige Jahre, bis Hubschrauber auch tatsächlich eingesetzt wurden. Während dem Ersten Weltkrieg war die Technologie für eine Verwendung noch nicht ausgereift und während dem 2. Weltkrieg verließen sich Befehlshaber auf schnelle Flugzeuge. Als Hubschrauber nach dem 2. Weltkrieg optimiert wurden, waren sie zwar einsatzbereit, jedoch konnte noch immer keine richtige Anwendung für sie gefunden werden. Erst während dem Vietnamkrieg wurden Hubschrauber als Luftkavallerie eingesetzt, um Soldaten und Material effizient in Feindesgebiet zu transportieren. Ab diesen Jahren waren Hubschrauber im militärischen Gebiet nicht mehr wegzudenken und auch der zivile Bereich folgte bald.

Heute sind Helikopter praktisch auf der gesamten Welt zu finden. Im militärischen Bereich gibt es kaum eine Armee, die auf Hubschrauber verzichtet. Von riesigen Transporthubschraubern bis hin zu hochtechnologischen Kampfhubschraubern ist im Arsenal einer nationalen Armee Alles zu finden. Die größte Anzahl an Hubschraubern ist immer noch in den Vereinigten Staaten und in Russland zu finden, die für vergangene Konflikte gebaut wurden. Die Hubschrauber dienen nicht nur zur Aufklärung, sondern auch zum Transport von Menschen und Material und darüber hinaus werden sie auch für das zerstören von taktischen Zielen genutzt.

In der zivilen Welt haben Hubschrauber inzwischen ebenfalls etliche Verwendungszwecke. Rettungsdienste bergen mit Helikoptern abgestürzte Bergsteiger oder Unfallopfer auf Straßen und bringen sie schnellstmöglich in das nächste Krankenhaus. Touristische Unternehmen bieten Rundflüge an und es gibt inzwischen auch verschiedenste Abenteuerflüge mit Helikoptern. Die Polizei nutzt die Fluggeräte, um nach Verbrechern zu suchen und die Küstenwache sucht und birgt Schiffsbrüchige nahe der jeweiligen Küstenabschnitte. Neben diesen Anwendungen gibt es noch etliche andere, die Oszkár Asboth zu verdanken sind. In Ungarn ist die Anzahl der zivilen Helikopter weitaus höher als die zweistellige Anzahl an Kampfhubschraubern, die heute aber häufig für Katastropheneinsätze verwendet werden.

Zusammenfassung:

Somit kann gesagt werden, dass die Arbeit von Oszkár Asboth einen Grundstein in der modernen Flugtechnik gelegt hat. Er hat nicht nur flugfähige Hubschrauber erfunden, sondern auch diverse Propeller entwickelt. Seine Hingabe für das Fliegen hat ihn zu einem der angesehensten Flugwissenschaftler gemacht und daher erhielt er viele Ehrungen und Auszeichnungen. Auch wenn der durchschnittliche Bürger wenig mit Hubschraubern zu tun hat, so gibt es etliche Organisationen und Unternehmen, die ohne Hubschrauber heute gar nicht oder nur schwer arbeiten könnten. Somit verdankt die Welt Oszkár Asboth die Erfindung des modernen Hubschraubers und aus diesem Grund ist er für immer in die technischen Geschichtsbücher eingegangen.

Weitere relevante Informationen

Original Ungarischer Name: Asboth Oszkár / manchmal Asbóth Oszkár

Erfindungen: Flugfähige Hubschrauber / Propellersysteme / Stabilisatoren

Grabstein: Farkasréti Friedhof Budapest

Biographische Zusammenfassung der Technischen Universität Budapest (Englisch): 

www.omikk.bme.hu/archivum/angol/htm/asboth_o.htm


Bildquellen und Bildrechte:

(1) www.omikk.bme.hu/archivum/angol/kepek/asboth_oszkar.jpg

(2) mek.niif.hu/03200/03277/03277.pdf

(3) Alan Radecki, GNU-Lizenz

(4) flickr.com/photos/8670195@N02/529671325

Rechte:

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