Das Budapester Busnetz und Budapester Busse
Einleitung:
Bei den Millionen von Fahrten, die täglich von Einheimischen und Gästen in der ungarischen Hauptstadt getätigt werden, sind die städtischen öffentlichen Verkehrsmittel in Budapest ein essentieller Bestandteil des Alltags. Während die Straßenbahnen und die U-Bahnen eine immer größere Rolle im Transportwesen erhalten, bilden die Budapester Busse und die dazugehörigen Busnetze das Rückgrat des städtischen Verkehrs. Mit einer beachtlichen Flächenabdeckung und tausenden von täglichen Fahrten eignen sich die Buslinien nicht nur dazu den Arbeitsplatz zu erreichen, sondern auch zahlreiche Budapester Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Die Budapester Busse werden von Touristen zwar eher seltener als andere Verkehrsmittel genutzt, für viele Menschen sind sie aber dennoch das effizienteste Transportmittel um an das gewünschte Ziel zu gelangen.
Geschichte:
Die Geburtsstunde der Budapester Busse führt in das Jahr 1915 zurück, als am ersten März eine Probefahrt entlang einer Buslinie durchgeführt wurde. Die Passagiere waren von dem neuartigen Transportmittel sofort begeistert, was zu einer Erweiterung der Linie führte. Um das Jahr 1930 beförderten bereits an die 30 Busse Passagiere durch die zentralen Bereiche von Budapest und ab 1933 führte man auch die Oberleitungsbusse im östlichen Stadtzentrum ein, um bestehende Fahrten zu entlasten. Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Busverkehr zum größten Teil zum Erliegen gekommen, jedoch sollte sich das Busnetz in den folgenden Jahrzehnten stark wandeln.
Die kommunistischen Besatzer beschlossen ab 1948, dass das Budapester Busnetz zum tragenden Eckpfeiler des städtischen Verkehrs werden sollte. Aus diesem Grund wurden enorme Stückzahlen an Bussen hergestellt und schon bald begann der flächendeckende Betrieb in der ganzen Stadt. Während dieses Konzept des Massentransports in den 1960er und 1970er Jahren funktionierte, entstand spätestens in den 80ern ein großes Verkehrsproblem, da immer mehr Menschen mit dem eigenen Fahrzeug fuhren. Verspätungen der Linien und Hindernisse wie Staus standen an der Tagesordnung, was zur Folge hatte, dass das Budapester Busnetz nach 1990 Schritt für Schritt verbessert werden musste.
Aktive Linien:
Derzeit befahren die Budapester Busse ungefähr 277 verschiedene Linien, die sowohl die gesamte Stadt als auch Ziele außerhalb der Stadtgrenzen abdecken. Die Nummerierung der Linien erfolgt mit einer Zahl zwischen 1 und 299 für Routen innerhalb von Budapest und bei Linien mit einer Nummer zwischen 300 und 2300 handelt es sich um Fahrten, die sowohl innerstädtische als auch außerstädtische Ziele befahren. Die einzelnen Linien können sowohl über das Internet als auch an verschiedenen Bushaltestellen betrachtet werden, um die beste Route für das eigene Ziel zu finden. Neben klassischen Linien stehen auch spezialisierte Fahrtrouten zur Verfügung wie Ersatzlinien bei eventuellen Störungen oder Nachtlinien, wenn zum Beispiel die U-Bahn nicht mehr fährt.
Bei den innerstädtischen Fahrten mit den Budapester Bussen stehen insgesamt drei Möglichkeiten zur Verfügung, wie Touristen das Netz benutzen können. Die erste Möglichkeit besteht darin an einem zentralen Knotenpunkt die richtige Linie auszuwählen und dann an das gewünschte Ziel zu reisen. Es ist aber ebenfalls möglich bei Sehenswürdigkeiten und ähnlichen Orten direkt zu einer Bushaltestelle zu gehen, und sich über den Plan zu erkundigen, ob die betreffende Linie zum gewünschten Ziel fährt oder nicht. Die beliebteste Möglichkeit ist es jedoch das Busnetz zusammen mit anderen Verkehrsmitteln zu kombinieren und somit das gesamte städtische Netz zu nutzen.
Geplante Erneuerungen:
Da die verkehrstechnischen Probleme nach dem Jahr 1990 weiterhin vorhanden sind, haben sich die Betreiber der Budapester Busse auf zwei Strategien geeinigt, um das Busfahren immer komfortabler werden zu lassen. Ein großes Anliegen ist die Verbesserung des Verkehrsflusses, was sich gleichzeitig auf die Pünktlichkeit auswirkt. In den vergangenen Jahren wurden mehrere Routen angepasst um zum Beispiel täglichen Staus auszuweichen oder diese umgehen zu können. Konkret hat die Stadtverwaltung an viel befahrenen Straßen Busspuren eingerichtet, die es den Fahrzeugen trotz Verkehrsbehinderungen ermöglicht schnell an das Ziel zu gelangen. Mit diesem Ansatz wird die Wahrscheinlichkeit minimiert, dass die Busse zu lange Verzögerungszeiten aufweisen.
Der andere große Schwerpunkt bei der Verbesserung des Budapester Busnetzes liegt auf dem Austausch der bestehenden Fahrzeuge. Die meisten heute eingesetzten Omnibusse stammen aus den 80er Jahren und müssen mit der Zeit durch zeitgemäßere Fahrzeuge ersetzt werden. Aus diesem Grund werden jährlich die ältesten Modelle durch neue Busse ersetzt, die einen äußerst hohen Komfort aufweisen. Niederflurige Modelle ermöglichen nicht nur den Zugang für gehbehinderte Menschen, sondern die klimatisierten Fahrzeuge sorgen auch zu jeder Jahreszeit für eine angenehme Innentemperatur. Bei über 1500 Bussen ist der Austausch nur stufenweise möglich, die modernen Busse sind aber immer häufiger im Straßenverkehr zu sehen.
Nutzbarkeit und Preise:
Generell kann gesagt werden, dass die Budapester Busse ein effizientes und sicheres Verkehrsmittel darstellen. Je nach Linie werden die Haltestellen durchschnittlich alle 5-10 Minuten befahren und selbst bei Störungen werden von den Angestellten Alternativen wie Ersatzlinien angeboten. Für Touristen sind die Routen insbesondere dann attraktiv, wenn die Ziele nicht von der U-Bahn oder der Straßenbahn befahren werden. Mit dem Bus ist es zum Beispiel leicht möglich auf den Gellért Berg zu fahren oder außerhalb der Stadt den Statuenpark oder das Tropicarium aufzusuchen. Für jüngere Gäste spielen die Nachtlinien ebenfalls eine große Rolle, da man das Budapester Nachtleben auch nach Mitternacht genießen möchte.
So wie bei allen anderen öffentlichen Verkehrsmitteln wird auch beim Budapester Busnetz das einheitliche Fahrkartensystem verwendet. Für den Preis von 350 Forint (ca. 1,20€) erhält man ein Einzelticket, welches für eine Buslinie in eine Richtung für 60 Minuten gültig ist. Das Ticket wird gleich nach dem Einsteigen in einen Bus entwertet und Kontrollen finden zufällig und unabhängig von der Tageszeit statt. Bei mehreren Fahrten oder längeren Aufenthalten stehen Ticketbündel und ermäßigte Wochenkarten für Touristen zur Verfügung, an den Informationsständen bei Knotenpunkten helfen die Mitarbeiter gerne bei der Wahl des richtigen Tickets. Bei den bestehenden Linien und dem guten Service sind die Preise für die Busfahrten im europäischen Vergleich sehr günstig.
Zusammenfassung:
Mit den Entwicklungen der letzten Jahre und den fortwährenden Modernisierungen ist das Budapester Busnetz ein verlässliches Transportsystem geworden, das längst nicht mehr nur von Einheimischen verwendet wird. Besondere Ziele wie der Budapester Flughafen oder Sehenswürdigkeiten in den äußeren Bezirken können mit der Busflotte gut erreicht werden, ohne zu viel Geld oder Zeit zu investieren. Mit dem einheitlichen Ticketsystem ist es ebenfalls sehr einfach zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln zu wechseln und die Nachtlinien ermöglichen eine von der Uhrzeit unabhängige Mobilität. Während einem Besuch in Budapest steht es den Gästen frei sich das gewünschte Transportmittel auszusuchen, eine so große Flächenabdeckung wie bei den Budapester Bussen wird man aber nirgendwo sonst finden, egal ob man mit einem Oberleitungsbus Richtung Heldenplatz fährt oder mit einem Kleinbus zum Burgviertel hinauffährt.
Weitere relevante Informationen
Anzahl der Linien: Derzeit stehen Fahrgästen über 275 Straßenbahnlinien zur Verfügung, mit denen die Budapester Innenstadt und einzelne äußere Bezirke erreicht werden können
Vorteile gegenüber anderen Verkehrsmitteln: Durch die vielen verschiedenen Linien können auch Teile der Stadt schnell erreicht werden, die mit anderen Verkehrsmitteln nicht so leicht erreichbar sind
Betriebszeiten: Die Busse fahren durchschnittlich von 04:00 Uhr bis 24:00 Uhr, manche Nightlines fahren auch während der Nacht
Sicherheit: Modernere Busse besitzen Kamerasysteme, doch auch auf anderen Bussen sind Zwischenfälle unüblich
Preise: Eine Kurzfahrkarte kostet 350Ft und kann für eine Fahrtrichtung in einem Zeitraum von 60 Minuten genutzt werden. Die am häufigsten genutzten Tickets sind jene im 10er Block für 3000Ft Forint, welche für eine beliebige Länge in eine Richtung gültig sind. Bitte erkundigen Sie sich auf der Webseite oder am Schalter bezüglich des besten Tickets, um Missverständnisse zu vermeiden
Kaufort der Karte: Tickets können nur in Trafiken, Kiosken, an Schaltern in der Station und an Ticketautomaten bei den Stationen erworben werden
Entwertung der Karte: Die Entwertung des Tickets erfolgt immer innerhalb der Busse an den Entwertungsautomaten
Pünktlichkeit: Generell weist das Busnetz eine hohe Pünktlichkeit auf, an einigen Stationen informieren Bildschirme darüber, wann die nächsten Busse eintreffen
Problembehandlung: Bei Problemen stehen die Angestellten an den Ticketschaltern zur Verfügung
Bildquellen und Bildrechte:
(1) Maximix90, 2010, Creative Commons 3.0
(2) Dezidor, 2011, Creative Commons 3.0
(3) Ödönke, 2005, Public Domain
(4) ChrisW, 2009, Public Domain
Rechte:
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