Das ungarische Weingebiet Pannonhalma

Das Pannonhalma Weingebiet

Einleitung:

Die Region rund um der Stadt Pannonhalma ist für mehrere Aspekte berühmt. Neben der Tatsache, dass die Benediktinerabtei der Stadt zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, befindet sich in der Nähe auch das Naturschutzgebiet Pannonhalma. Die Region ist aber auch für das Weingebiet Pannonhalma bekannt, das eine exzellente Auswahl an Weißweinen bietet. Das mittelgroße Weingebiet liegt südlich der westungarischen Stadt Györ und wird schon seit Jahrhunderten als Weinanbaufläche genutzt. Besucher des Weingebietes Pannonhalma können sich nicht nur an idyllischen Weinfeldern, sondern auch an der natürlichen Umgebung erfreuen, die die hohe Qualität der Erzeugnisse garantieren. Die hergestellten Weine werden inzwischen nicht nur in ganz Ungarn, sondern auch im Ausland verkauft.

Geschichte:

Die Geschichte des Pannonhalma Weingebietes ist eng mit der Geschichte der gleichnamigen Stadt verbunden. Schon im Jahr 1093 wurde von 88 Weinbauern berichtet, die in der Region tätig waren. Mit der christlichen Bedeutung erhielt das Weingebiet auch königliches Interesse, wodurch schon 1237 an die 250 Familien der Weinherstellung nachgingen. Während der türkischen Invasion wurde das Gebiet vollkommen aufgegeben, da sowohl die fliehenden Ungarn als auch die angreifenden Osmanen den weiteren Weinanbau verhinderten. Nach der Vertreibung der Osmanen fanden Landwirte zahlreiche ursprüngliche Traubensorten, die wiederum angebaut wurden.

Der Grund für die ausschließliche Weißweinherstellung im Pannonhalma Weingebiet liegt am landesweiten Reblausbefall in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Nach den Ereignissen blieben nur wenige Sorten übrig, einer von ihnen war der Welschriesling, der sich später zur führenden Sorte entwickelte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebiet zur Produktion von Massenweinen verwendet, was die Qualität drastisch sinken ließ. Erst nach der Wende wurde das heutige Weingebiet mit seinen Eigenschaften definiert. Seitdem konnten sich die Traubenarten und die Böden stetig erholen und der Geschmack erreicht inzwischen wieder eine hohe Qualität. Sowohl Weine erster als auch zweiter Klasse werden in überschaubaren Mengen hergestellt.

Geographische Lage:

Geographisch befindet sich das Pannonhalma Weingebiet im Osten des Komitates Györ-Moson-Sopron, welches wiederum im Nordwesten des Landes liegt. Es erstreckt sich in der Region um Pannonhalma und grenzt auch an den Bakonywald. Sanfte Hügel und Wälder unterbrechen die flachen Anbaugebiete, wodurch die Region nicht nur idyllisch ist, sondern auch nicht allzu stark durch zivilisatorische Faktoren beeinflusst wird. Insgesamt 40 Quadratkilometer ist das Weingebiet Pannonhalma groß, von dieser Fläche werden heute rund 630 Hektar bebaut. Die restliche Fläche wird von Wäldern oder Ortschaften genutzt, daher werden hier trotz der theoretisch großen Fläche keine Massenweine hergestellt. Mit einer maximalen Höhe von rund 300 Metern über dem Wasserspiegel bieten die Hügel von Pannonhalma sehr gute geographische Bedingungen.

Klima und Geologie:

Innerhalb des Pannonhalma Weingebietes dominiert ein sehr gemäßigtes und ausgewogenes Klima. Es herrscht ein typisches kontinentales Klima, welches in den Frühlings- und Sommermonaten die besten Eigenschaften zur Weinreifung besitzt. Die Durchschnittstemperatur über das gesamte Jahr beträgt 10°C, im Sommer kann aber auch die 30°C Marke öfter überschritten werden. Gleichzeitig genießt das Gebiet jährlich über 2000 Sonnenstunden, die das natürliche Wachstum sehr stark fördern. Gleichzeitig gibt es mit rund 600 Millimetern an Niederschlag pro Jahr genügend natürliche Wasserquellen. Wegen der Hügellandschaft kommt es immer wieder zu sanften Winden, die für eine ständige Luftzirkulation sorgen.

Die zahlreichen alten Wälder, welche sich heute teilweise im Weingebiet Pannonhalma befinden, haben eine besondere Bodenzusammensetzung erschaffen, die bis heute für den Weinanbau genutzt werden kann. Die Grundzusammensetzung besteht aus Lössgestein, Lehmschichten und brauner Walderde. Hierbei ist vorrangig die Walderde zu erwähnen, da sie sich in ihrer Zusammensetzung vom Humus, der nicht aus Waldgebieten stammt, unterscheidet. Wegen der vielen Pflanzen und Bäume ist dieser Boden reich an Mineralien, welche auch von den Weinreben aufgenommen und genutzt werden. Die fließenden Gewässer tragen ebenfalls dazu bei, dass Mineralien und andere Stoffe in das Gebiet transportiert werden, wodurch die Böden ihre Stoffe nicht verlieren.

Trauben und Weinsorten:

Die Weinfelder des Weingebietes Pannonhalma werden heute fast ausschließlich für die Produktion von Weißweinen genutzt. Im Beginnenden 20. Jahrhundert lag der Anteil der Rotweine noch bei 50%, heute konzentrieren sich die Winzer mit ein paar wenigen Ausnahmen auf die beliebten Weißweine. Insgesamt werden 19 verschiedene Weinsorten angebaut, am häufigsten wird der Welschriesling angebaut, der auch am besten verkauft wird. Zu den weiteren Sorten gehören unter anderem Chardonay, Sauvignon Blanc oder Tramini. Die Produktionsmengen halten sich wegen der Anbaufläche in Grenzen, daher können auch Weine erster und zweiter Klasse hergestellt und verkauft werden. Die Lagerung erfolgt in historischen Weinkellern, die in den Hügeln der Umgebung zu finden sind.

Winzer:

Obwohl insgesamt 23 Winzer und Winzerbetriebe im Pannonhalma Weingebiet tätig sind, so besteht ein sehr freundschaftliches Verhältnis zueinander. Da für den Verkauf die Qualität und nicht die Quantität zählt, gibt es zwar Konkurrenz, welche jedoch auf den eigenen Ehrgeiz der Winzer zurückzuführen ist. Die Familien stammen zum größten Teil aus Ungarn und zu den Weinbauern gehören Familienmitglieder, deren Familien seit mehreren Generation hier tätig sind, und Winzer die erst nach der Wende mit dem Weinanbau begonnen haben. Ein paar der Winzer sind die Babarczi Weinkellerei, die Huszár Weinkellerei, István Oláh und die Weinkellerei der Benediktinerabtei von Pannonhalma.

Programme:

Um auch Gästen des Weingebietes Pannonhalma einiges bieten zu können, laden die Winzer jedes Jahr zu einigen Veranstaltungen ein. Ein Highlight ist zum Beispiel der jährliche Weinwettbewerb in Györ, bei dem der regionale Wein des Jahres gekürt wird. Auch in Pannonhalma finden auf dem Gelände der Benediktinerabtei immer wieder Aktivitäten statt, so wie zum Beispiel das Weinfest und die Feiertage von christlichen Heiligen. Aber auch die Winzer selbst laden zu Programmen ein. Besucher können neben Verkostungen auch die Weinstraßen entdecken und die historischen Weinkeller besuchen. Auch ein Besuch der Weinfelder ist möglich, was einen außergewöhnlichen Einblick in die Weinherstellung ermöglicht.

Zusammenfassung:

Mit einer sehr schönen Lage und einer langen Geschichte gehört das Pannonhalma Weingebiet zu den interessantesten Weingebieten des Landes. Hier kann nicht nur der Wein genossen werden, sondern auch die Natur entdeckt werden und Sehenswürdigkeiten erkundet werden. Neben den hauseigenen Weinverkostungen laden auch die jährlichen Veranstaltungen ein, die bei jedem regionalen Hotel erfragt werden können. Der Welschriesling wird an mehreren Orten des Landes hergestellt, jedoch stellten hier schon die Mönche im Mittelalter diesen edlen Tropfen her und auch das königliche Interesse wurde am Riesling gezeigt. Heute können Weinfreunde sich ein eigenes Bild über die Weinsorten machen und einen wunderbaren Tag auf einer Weinstraße oder während einer größeren Verkostung verbringen.

Karte des Weingebietes Pannonhalma

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