Das ungarische Weingebiet Zala

Das Zala Weingebiet

Einleitung:

Im Südwesten des Landes liegend ist das Weingebiet Zala die Herkunftsregion einiger hervorragender Weiß- und Rotweine. Obwohl der Weinanbau im Komitat Zala schon seit etlichen Jahrhunderten betrieben wurde, zählt das Weingebiet zu den jüngsten des Landes, da es erst im 20. Jahrhundert offiziell gegründet wurde. Die geographischen Bedingungen und die Böden bieten eine gute Basis für den Weinanbau und gleichzeitig ermöglicht die kleine Bebauungsfläche die Herstellung von qualitativem und nicht quantitativem Wein. Zu den produzierten Weinsorten aus dem Zala Weingebiet gehören zwar keine international bekannten Exportweine, jedoch machen genau deshalb die regionalen Weine einen sehr guten Eindruck auf Gäste, die einen oder mehrere Sorten verkosten.

Geschichte:

Aus geschichtlicher Literatur kann heute geschlussfolgert werden, dass das Zala Weingebiet bereits zu römischen Zeiten für die Weinherstellung genutzt wurde. Sowohl das Klima als auch die Böden hatten schon damals passende Eigenschaften. Während dem Mittelalter siedelten sich einige ungarische Weinbauer in der Region an und das Gebiet schien mit den anderen historischen Weingebieten gut zu konkurrieren. Während der türkischen Besatzung wurde das Zala Weingebiet aber stark vernachlässigt und erst nach der Befreiung Ungarns siedelten sich wiederum Weinbauern an, da die Bedingungen für den Weinbau weiterhin sehr gut waren.

Im 19. Jahrhundert war das Weingebiet Zala bereits international bekannt, immerhin erhielt ein regionaler Wein 1874 eine Auszeichnung auf der Londoner Weinmesse. Danach ereilte das Gebiet aber ein schwerer Schlag, denn Rebläuse zerstörten fast die gesamte Weinkultur. Erst durch den Einsatz neuer Traubenarten konnte das Weingebiet wiederbelebt werden. Den Status als historische Weinregion verlor die Gegend nach dem Zweiten Weltkrieg, da aufgrund von bürokratischen Unstimmigkeiten das Weingebiet Zala ständig umbenannt oder umfunktioniert wurde. Erst 1997 konnte das Gebiet offiziell wieder in ein Weingebiet umgewandelt werden und erst seit dem Jahr 2009 erhielt das Zala Weingebiet seinen heutigen Namen, wodurch es heute gleichzeitig einer der jüngsten und auch einer der ältesten Weingebiete des Landes ist.

Geographische Lage:

Das Weingebiet Zala ist kein zusammenhängendes Weingebiet, sondern ein im Komitat Zala weit verstreutes Gebiet aus drei einzelnen Teilgebieten. Die einzelnen Regionen befinden sich jeweils beim Keszthely Gebirge, am Kleinbalaton und in der Region Muramente. Das offizielle Territorium des Weingebietes umfasst eine Fläche von 61 Quadratkilometern, wobei nicht die gesamte Fläche bebaut werden darf. Nur 16 Quadratkilometer werden auch landwirtschaftlich genutzt, die restliche Fläche ist entweder unbebaut oder Teil von Wäldern oder Siedlungen. Von der gesamten Fläche weist das Zala Weingebiet 41 Quadratkilometer an Weinanbaugebieten erster Klasse auf, was bedeutet, dass in Zukunft sicherlich weitere Winzer die guten Böden bebauen werden.

Klima und Geologie:

Die guten geographischen Bedingungen sorgen auch für ausgezeichnete geologische Eigenschaften innerhalb des Zala Weingebietes. Die Region besteht hauptsächlich aus Hügellandschaften, die von alten Wäldern bedeckt werden. Viele Weinstöcke sind in kleinen Feldern neben Wäldern angebracht, wodurch einerseits die positive Wirkung des Ökosystems vollkommen zur Geltung kommt und andererseits in der Gegend weder große Industrieanlagen noch große Straßen vorhanden sind. Der Boden setzt sich häufig aus einer Kombination von Lössgestein und Sand zusammen, darüber ist natürlicher Humus zu finden, der sich über die Jahrtausende entwickelte. Ebenfalls erwähnenswert sind die Tonminerale, welche von den Weinstöcken aufgenommen und in die Trauben transportiert werden.

Das Klima vom Weingebiet Zala unterscheidet sich durchaus von anderen klimatischen Regionen des Landes. Grundsätzlich ist hier ein kontinentales Klima zu finden, wodurch der Sommer relativ warm ist und der Winter eher kühl. In dieser Region gibt es aber eine weitaus höhere Niederschlagsrate als in anderen Teilen Ungarns, in manchen Jahren messen Meteorologen sogar die höchsten Regenwerte des Landes. Aus diesem Grund ist die Durchschnittstemperatur zwar niedriger, dafür werden die Trauben aber ständig mit frischem Wasser versorgt. Die Weinbauer müssen aber darauf achten, dass das Wetter im späten Frühling nicht zu kalt wird.

Trauben und Weinsorten:

Trotz der geringen Anbaufläche im Zala Weingebiet werden derzeit 35 verschiedene Weinsorten angebaut. Die Weinregion konzentrierte sich schon seit der Vergangenheit eher auf Weißweine, wodurch bis heute dieser Anteil dominiert. Am häufigsten wird der Welschriesling angebaut, daneben lassen sich auch weitere Sorten wie Portugieser, Blauberger oder Furmint finden. Wegen der fehlenden internationalen Bekanntheit wird die Produktion nicht überlastet und daher wird sehr viel Wert auf eine hohe Qualität gelegt. Der Geschmack der Weine ist generell als frisch und säurehaltig beschrieben, was auf die Böden zurückzuführen ist. Innerhalb der typisch ungarischen Weinkeller können die Weine je nach Bedarf mehrere Jahre reifen.

Winzer:

Das Kriterium des Weingebietes Zala, das hier Qualitätsweine in überschaubaren Stückzahlen hergestellt werden, ist auch in der Anzahl der Winzer zu entdecken. Insgesamt 11 verschiedene Weinbetriebe sind derzeit angemeldet. Es handelt sich größtenteils um kleine bis mittelgroße Familienbetriebe, die teilweise seit mehreren Generationen existieren. Die Winzer stammen zurzeit alle aus Ungarn, einige Beispiele sind die Benczik Weinkellerei, die Ottó Kellerei, die Kránicz Kellerei oder Vinum Veress. Die einzelnen Winzer laden Gäste herzlich zu einer Verkostung in den eigenen Kellern ein, präsentieren ihre fertigen Weine aber auch auf ungarischen Weinmessen und Ausstellungen. Besucher merken bald, dass auch bei den Weinbauern die ungarische Gastfreundschaft an oberster Stelle steht und gerne zusammen ein Glas Wein getrunken wird.

Programme:

Während dem gesamten Jahr lädt die Leitung vom Zala Weingebiet Besucher aus der ganzen Welt zu ihren Veranstaltungen ein. Einer der beliebtesten Aktivitäten ist der jährliche Weinwettbewerb im April, an welchem alle Weinbauer in Zala teilnehmen. Es finden jährlich auch mehrere Fachkongresse zum Thema Wein und Weinbau statt, welche für die Fortbildung genutzt werden. Die Winzer veranstalten jährlich auch ein Weinfestival, bei welchem die eigenen Weine präsentiert werden und Gäste dazu kulinarische Elemente und Musik genießen können. Informationen zu diesen Aktivitäten stehen an der Rezeption jedes Hotels in Zala zur Verfügung.

Zusammenfassung:

Obwohl sich das Weingebiet Zala bis heute zu keinem internationalen Weingebiet entwickelt hat, bietet es mit den besonderen Weinen und der schönen geographischen Lage dennoch einen wunderbaren Ausflugsort für Weinkenner und Freunde des Weins. Insbesondere die Weißweinsorten wie der Welschriesling sollten unbedingt probiert werden und dazu eignet sich eine kleine Weinverkostung am besten aber auch die Weinfeste der Region sind hierfür sehr gut geeignet. Die Winzer laden alle Gäste dazu ein, sich selbst vom Geschmack der Weine aus dem Weingebiet Zala zu überzeugen und wenn der richtige Wein gefunden wurde, dann können ein paar Flaschen gekauft werden und diese für besondere Anlässe wie Geburtstage verschenkt werden. Schon die Römer genossen den Wein aus der Region und heute bieten die Winzer des Zala Weingebietes die Möglichkeit an, sich vom guten Geschmack selbst zu überzeugen.

Karte des Weingebietes Zala

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