Der sehenswerte Budapester Budaer Burgpalast

Der Budaer Burgpalast (Budai Vár)

Entlang des westlichen Donauufers erhebt sich der Budaer Burgpalast, der zu den imposantesten Gebäuden des Landes gehört (1)
Jährlich besuchen Millionen Gäste den Burgpalast, um sich die Architektur anzusehen oder eine der Ausstellungen zu besichtigen (2)
Nach jahrelangen Restaurationsarbeiten wurden Gebäudeteile aus verschiedenen Zeitepochen wiederhergestellt (3)
Ein Spaziergang entlang der Promenaden ermöglicht eine herrliche Aussicht auf Budapest und kreiert ein unvergessliches Ambiente (4)

Einleitung:

Schon lange vor der offiziellen Gründung der Stadt Budapest waren sich ungarische Adelige und Bürger einig, dass die heutige Hauptstadt eine wichtige nationale Rolle spielen würde. Als König Béla IV. anordnete das Budapester Burgviertel zu errichten, stand auf der Liste der Gebäude auch eine königliche Residenz, die eines ungarischen Königs würdig sein sollte. Bei diesem Bauwerk handelt es sich um den Budaer Burgpalast, der einer der bekanntesten Budapester Sehenswürdigkeiten ist. Der riesige Palast war einst die Heimat ungarischer Regenten, während er heute ein Zentrum für Kultur und Tourismus ist, das jährlich von mehreren Millionen Besuchern bestaunt wird. Für viele Gäste ist der Budaer Burgpalast eines der städtischen Wahrzeichen, die den Charme der Donaustadt ausmachen.

Geschichte:

Im Jahr 1247 begann der Bau des Budaer Burgpalastes, der einige Jahrhunderte später zum größten Gebäude des Landes werden sollte. Zunächst wurde das Gebäude für König Béla IV. errichtet, der es bereits ab dem Jahr 1265 nutzen konnte. Ab diesem Zeitpunkt waren auch die späteren Könige des Landes vom Bauwerk beeindruckt und beschlossen den Palast als ständige Residenz der Könige zu betiteln. In den folgenden Jahrhunderten bauten die Regenten immer neue Abschnitte zum Grundbau dazu, wodurch sich nicht nur die Grundfläche vergrößerte, sondern auch verschiedene architektonische Stile umgesetzt wurden.

Eine verheerende Katastrophe ereilte den Budaer Burgpalast im Jahr 1686, als christliche Truppen die von Osmanen besetzte Stadt angriffen. Der damalige Stephansturm diente als Lager für Schwarzpulver und eine gut gezielte Kanonenkugel sprengte fast den gesamten Palast weg. Einerseits wurden romanische und gotische Einflüsse fast vollständig vernichtet, andererseits erlebte die Burg eine Wiedergeburt im Stil der Renaissance und des Barock. Insbesondere in der Zeit der österreichischen Besatzung wurden zahlreiche Gebäudeteile hinzugefügt, wie zum Beispiel unter den Regenten Maria Theresia und Franz Joseph. Mit dem Ersten Weltkrieg endeten die großen Ausbauten und das Bauwerk erhielt seine heutige Größe.

Vor dem Zweiten Weltkrieg diente der Budaer Burgpalast als eines der politischen Zentren des Landes bis im Jahr 1944 die Rote Armee Budapest belagerte. Während den Kämpfen wurde der Palast fast vollkommen zerstört und die darauffolgenden Reparaturen in den 60er Jahren waren weder professionell noch langhaltend. Während diesen Jahren hatten jedoch Archäologen die Möglichkeit, die Räumlichkeiten und Fundamente genauestens zu untersuchen und eine der größten Burgforschungen Europas voranzutreiben. Nach der abgeschlossenen Arbeit wurde das Bauwerk 1987 Teil des UNESCO Weltkulturerbes und 2006 kam man zum Entschluss, dass die dürftigen sowjetischen Reparaturen durch eine fachmännische Restauration ersetzt werden mussten. Seitdem wurden die größten Arbeiten durchgeführt und im Jahr 2013 beendet.

Architektur und Lage:

Im Süden des Burgberges gelegen nimmt der Budaer Burgpalast eine unvorstellbare Fläche von 4,73 Quadratkilometern ein, wodurch er das größte Gebäude Ungarns ist. Die längsten Stellen des monumentalen Bauwerks sind rund 400 Meter breit und 200 Meter lang, was dafür sorgt, dass die Fassaden an diversen Orten der Stadt sichtbar sind. Die meisten Außenfassaden besitzen einen barocken Stil, jedoch sind auch etliche Elemente der Moderne, dem Mittelalter und der Gotik zuzuordnen. Die Hauptausrichtung des länglichen Gebäudes blickt Richtung Nordosten auf die Donau, das Zentrum wird durch den Innenhof des Palastes gebildet.

In jede Himmelsrichtung besitzt der Budaer Burgpalast verschiedene sehenswerte Strukturen und Gebäudeteile, die besonders von Außen gut sichtbar sind. Entlang der östlichen Gebäudefront sind zum Beispiel die Statuen des Turul Vogels und Prinz Eugens von Savoyen zu sehen. Im Süden wurden Teile der mittelalterlichen Wehranlage rekonstruiert, die begehbar sind und erkundet werden können. Auf der südwestlichen Seite gelangen Besucher zum Beispiel durch das Löwentor in den Innenhof, nachdem sie am Brunnen von König Matthias vorbeigegangen sind. Die Kuppel, welche wie eine Krone das Gebäude nach oben abschließt, ist sowohl von der Kettenbrücke aus als auch bei der Aussichtsplattform der Freiheitsstatue gut sichtbar.

Räume des Palastes:

Trotz der Zerstörungen im 17. und 20. Jahrhundert konnten inzwischen zahlreiche Räume und Flügel des Budaer Burgpalastes wieder hergestellt werden. Aus der Zeit des Mittelalters sind zum Beispiel die gotische Halle und der königliche Keller erhalten geblieben. Zu Zeit der österreichischen Besatzung entstand zum Beispiel der Ballsaal, der eine Länge von 304 Metern aufweist. Der "Krisztinaváros" Flügel ist für den Haupteingang so wie für die klassischen Zimmer bekannt, die nach bedeutenden ungarischen Persönlichkeiten benannt sind. Während viele der Räumlichkeiten für Ausstellungen und Museen verwendet werden, haben einige Räume wie der Ballsaal auch ihre ursprünglichen Funktionen behalten.

Ausstellungen:

Als eines der kulturellen Zentren Budapests beheimatet der Budaer Burgpalast drei ständige Ausstellungen. Das Budapester Geschichtsmuseum geleitet Besucher von den Anfängen des ungarischen Volkes bis hin zur Jetztzeit, wobei neben zahlreichen Exponaten auch Teile des Gebäudes zur Ausstellung gehören, so wie zum Beispiel die mittelalterliche Rekonstruktion. Einen beachtlichen Teil der Räume nimmt die ungarische Nationalgalerie ein, die Werke aus den verschiedensten künstlerischen Epochen präsentiert. Angefangen von Werken verschiedenster ungarischer Künstler bis zu einer Spezialausstellung der gotischen Kunst sind die Gemälde und Skulpturen eine unbezahlbare Bereicherung für Kenner der Kunst. In der Széchenyi Nationalbibliothek werden etliche unersetzliche Bücher und Schriftstücke aufbewahrt, die zur Vervollständigung der Landesgeschichte beigetragen haben.

Veranstaltungen:

Neben den geschichtlichen Ausstellungen lädt der Budaer Burgpalast auch zu jährlichen Veranstaltungen ein. Zu den kulinarischen Programmen gehören zum Beispiel das Weinfestival so wie das Bierfestival. Als "Süße Tage" bezeichnet man eine spezielle Veranstaltung, die sich ausschließlich mit Schokoladen befasst. Außerdem werden auch immer wieder temporäre Ausstellungen eröffnet, die besichtigt werden können. Der Palast wird aber auch für wichtige Staatsereignisse genutzt. In den edlen Räumlichkeiten werden zum Beispiel bedeutende Staatsgäste empfangen und auch Personen mit Titeln und Ehrungen ausgezeichnet. Nicht selten werden auch seitens der ungarischen Politik wichtige Ankündigungen in den historischen Sälen bekannt gegeben, wobei offizielle Entscheidungen natürlich innerhalb des Parlaments verkündet werden.

Zusammenfassung:

Für einen Besucher würde es rund eine Woche dauern, um die wichtigsten Räume und Bereiche des Budaer Burgpalastes kennen zu lernen. Die schier unglaubliche Größe macht das Bauwerk nicht nur zu einem Symbol der Stadt und des Landes, sondern auch zu einer Schatztruhe der ungarischen Geschichte. Die damalige Königsresidenz wird oftmals als Herz des Budapester Burgviertels bezeichnet und dies liegt nicht nur an den architektonischen Eigenschaften. Vielmehr sind es die Ausstellungen und Veranstaltungen, die aus dem Gebäude einen belebten kulturellen Ort machen, der bei einer Besichtigung der Hauptstadt nicht fehlen darf. Beginnend als mittelgroße Residenz wurde der Budaer Burgpalast zu einem der beeindruckendsten Paläste Europas und egal ob man sich innerhalb der Nationalgalerie befindet oder sich das Bauwerk von der Ferne ansieht, die Atmosphäre des Staunens bleibt überall erhalten, insbesondere bei Nacht, wenn der Burgpalast beleuchtet wird.

Weitere relevante Informationen

Original Ungarischer Name: Budai Vár / Budavári Palota

Öffnungszeiten: Der Palast beherbergt diverse Ausstellungen, deren Öffnungszeiten durchschnittlich von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr gelten. Am montag ist Ruhetag, an allen anderen Tagen sind die Ausstellungen geöffnet

Eintritt: Die Preise variieren je nach Ausstellung. Der Eintritt für die Nationalgalerie beträgt zum Beispiel 1200Ft für Erwachsene und 750Ft für Studenten und Senioren. Die Preise der anderen Ausstellungen ähneln diesen

Zugang: Der Burgpalast befindet sich am südlichen Ende des Burgviertels wodurch die Erreichbarkeit zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln exzellent ist. Mit dem eigenen Fahrzeug ist es jedoch nicht möglich ohne Genehmigung in das Viertel zu gelangen

Informationen: Beschilderungen stehen in Ungarisch und Englisch zur Verfügung, Broschüren und Führungen stehen in weiteren Sprachen zur Verfügung

Karte des Budaer Burgpalastes

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