Das Felsenkrankenhaus unter dem Burgviertel
Einleitung:
Während einem Spaziergang durch das Budaer Burgviertel entdecken Besucher innerhalb der verträumten Straßen einige berühmte Budapester Sehenswürdigkeiten. Gebäude wie der Budaer Burgpalast oder die Matthiaskirche werden jährlich von Millionen Gästen der Stadt besucht. Nur die Wenigsten wissen aber, dass sich einige Meter unter der Erdoberfläche eines der beeindruckendsten Höhlensysteme Ungarns befindet. Im Westen des Burgviertels eröffnet das Budapester Felsenkrankenhaus einen Einblick in die Nutzung des natürlichen Komplexes im 20. Jahrhundert. Dieses im Jahr 2008 eröffnete Museum zeigt die Tätigkeit des historischen Krankenhauses, welches später in einen vollfunktionsfähigen Atombunker umgebaut wurde. Die authentischen Orte, die spannenden Führungen und die teilweise originale Einrichtung hat das Budapester Felsenkrankenhaus sofort in einen Touristenmagneten verwandelt, dessen Besucherzahl jährlich steigt.
Geschichte:
Als der Zweite Weltkrieg im Jahr 1939 ausbrach, entschied der ungarische Militärstab den Höhlenkomplex unter dem Burgviertel in ein Luftschutzareal umzuwandeln. Zwischen 1941 und 1944 wurde im Westen des Komplexes ein Krankenhaus errichtet, welches gerade rechtzeitig vor der Budapester Belagerung fertiggestellt wurde. Das normal eingerichtete Krankenhaus behandelte während den letzten Kriegsmonaten ungarische und deutsche Soldaten, aber auch Bürger, die in der Nähe wohnten. Nach dem Ende der Kämpfe entschlossen die Ärzte des Budapester Felsenkrankenhauses die Räume in ein Impfzentrum zu verwandeln, um die Gefahr von Kriegsseuchen einzudämmen.
Als die meisten Krankenhäuser Ungarns ihren üblichen Betrieb wieder aufnehmen konnten, wurde das Felsenkrankenhaus von Budapest in das Netzwerk aufgenommen. Dies erwies sich als richtige Entscheidung, denn schon im Jahr 1956 kamen die Operationssäle wieder zum Einsatz, um die ungarischen Revolutionäre behandeln zu können. Nach den blutigst niedergeschlagenen Kämpfen entschieden sich die sowjetischen Besatzer für eine Umfunktionierung der Krankenanstalt. Zwischen 1958 und 1962 begannen geheime Arbeiten, von denen nur die wenigsten Menschen etwas wussten. Erst im 21. Jahrhundert stellte sich heraus, dass das Krankenhaus in einen funktionierenden Atombunker umgebaut wurde, der lebensnotwendige Dinge wie Strom und Wasser vollkommen autark zur Verfügung stellte. Der für Neutronenbomben gedachte Bunker wurde sogar von zwei Menschen bewohnt, die täglich Reinigungs- und Instandhaltungsarbeiten durchführten, ihre Existenz wurde aber ebenfalls geheim gehalten.
Heutige Funktion:
Trotz der damals zeitgemäßen Technologie kann das Budapester Felsenkrankenhaus heute weder als Krankenananstalt noch als Atombunker verwendet werden. Deshalb wurde 2004 beschlossen die gesamte Anlage zu erkunden, geschichtlich relevante Daten zu sammeln und anschließend ein Museum zu eröffnen. Bis zum heutigen Tag tauchen immer wieder neue Informationen über diesen Ort auf, die in den tausenden sowjetischen Akten verewigt sind, die bis heute nicht einmal ansatzweise bearbeitet werden konnten. Die Museumsdirektion möchte den Gästen mit der heutigen Ausstellung vermitteln, dass die Zimmer und Tunnel des Komplexes in der Geschichte oftmals ein Zeichen der Hoffnung, aber auch der ständigen Angst waren.
Größe der Anlage:
Nach dem Kartographieren des Budapester Felsenkrankenhauses wurde eine Gesamtgröße von 2300 Quadratmetern vermerkt. Vom Haupteingang führen lange Tunnel zu den medizinischen Räumen und den Atomschutzbereichen. In den späten 50er Jahren erhielt die gesamte Anlage ein Stromnetz, welches auch ohne äußere Stromquellen versorgt werden konnte. Dieselmotoren sorgten für eine ausreichende Beleuchtung, während ein Belüftungssystem mit Spezialfiltern die Räume mit Sauerstoff versorgte. Ein ausgeklügeltes Wasserpumpsystem führte direkt zur Donau, um Trinkwasser erhalten zu können. Außer dem Krankenhaus standen Schutzsuchenden auch Duschen, Toiletten und Schlafzimmer zur Verfügung, falls es eine akute atomare Bedrohung gab.
Ausstellungen:
Innerhalb des großen Höhlenkomplexes im Budapester Felsenkrankenhaus stehen Ausstellungen mit drei Grundthemen zur Verfügung. Da der Atombunker bis in das 21. Jahrhundert gewartet wurde, konnten Wissenschaftler so viele originale Einrichtungsgegenstände ausfindig machen, dass viele dem Museum überlassen wurden. Daher ist ein Großteil der dargestellten Exponate original aus den 60er Jahren erhalten. Zeitgleich werden die Räume mit Wachsfiguren ergänzt, die Menschen in verschiedensten Situationen darstellen. Derzeit ist das Museum mit der enormen Anzahl an Figuren das größte ungarische Wachsfigurenmuseum, was an sich eine weitere Attraktion ist.
Das erste Thema der Ausstellungen des Budapester Felsenkrankenhauses ist das frühere Krankenhaus. In den Behandlungsräumen wird gezeigt, wohin Verwundete gebracht wurden, wo die Operationen stattfanden, und welche Ausrüstungsgegenstände für den Betrieb notwendig waren. Zur Zeit des Zweiten Weltkrieges befand sich im Komplex auch ein deutsches Offiziersquartier, bei dem Befehle empfangen und weitergeleitet wurden. Die Exponate zeigen den Arbeitsalltag unter Kriegsbedingungen und welche psychischen Belastungen damit verbunden waren. Ein beachtlicher Anteil des Museums ist auch dem Atombunker gewidmet, bei dem vor allem die technischen Eigenschaften faszinierend sind. In den Energieräumen werden die originalen Dieselmotoren präsentiert, aber auch das ausgeklügelte Luft- und Wasserversorgungssystem erläutert.
Führungen:
Seit der Eröffnung vom Felsenkrankenhaus von Budapest wurden die Führungen mit den kompetenten Gruppenleitern gelobt. Das geschulte Personal beschreibt nicht nur die Exponate der Ausstellung, sondern es erzählt auch zahlreiche Erzählungen der damaligen Bewohner und Betreiber des Krankenhauses. So werden Gedankenexperimente gezeigt, bei denen Besucher sich vorstellen können, was es bedeutete, wenn zum Beispiel eine Warnsirene anging oder wie es sein musste, wenn in den Nebenräumen ständig Schmerzensschreie von Verwundeten zu hören waren während man selber einer Arbeit nachgehen musste. Diese Art von Führungen wird weltweit immer beliebter und die Umsetzung im Felsenkrankenhaus ist äußerst gut gelungen. Selbstverständlich werden auch die vielen Fragen der Gäste so gut wie möglich beantwortet.
Sonderprogramm "Atomschlag":
Für Adrenalinfreunde hat das Budapester Felsenkrankenhaus ein außergewöhnliches Programm vorbereitet. Nach einer Reservierung kann eine Besuchergruppe für bis zu 5 Stunden das Szenario "Atomschlag" durchspielen, bei dem ein atomarer Angriff auf Budapest simuliert wird. Beim Ertönen der Sirenen und den lauten Instruktionen der Szenarienleiter kann schnell der Überblick verloren werden, jedoch zählt bei der Simulation jede Sekunde. Teilnehmer müssen die lebenserhaltenden Maßnahmen aktivieren und gleichzeitig Gasmasken und Schutzanzüge anziehen, um nicht sofort der radioaktiven Strahlung zu erliegen. Für die Gäste ist dies ein äußerst spannendes Programm, dass Szenario wurde aber während den aktiven Jahren mehrmals durchgeübt, um auf den Ernstfall vorbereitet zu sein.
Zusammenfassung:
Bis vor 20 Jahren wussten die meisten Budapester nicht, dass sie im Burgviertel überhaupt einen Atombunker haben, heute strömen die Besucher das ganze Jahr über zum Bunkereingang, um sich das Budapester Felsenkrankenhaus anzusehen. Die authentischen Werkzeuge sowie die äußerst kompetenten Gruppenführer machen aus einem Museumsbesuch ein einmaliges Erlebnis. In nur wenigen Städten der Welt ist es möglich einen solchen Ort aufzusuchen, und ihn auch noch bis in seine Tiefen erkunden zu können. Das Budapester Felsenkrankenhaus zeigt einerseits wie ein modernes Museum gestaltet sein sollte, andererseits ist es ein Zeichen dafür, wie viele ungarische Sehenswürdigkeiten erst jetzt in Attraktionen umgewandelt werden. Sei es die Betrachtung der Operationssäle oder die Teilnahme am Szenario "Atomschlag", diese Sehenswürdigkeit im Inneren des Burgviertels bietet eine perfekte Kombination aus Geschichte, Politik und Interaktivität.
Weitere relevante Informationen
Original Ungarischer Name: Sziklakorház
http://www.sziklakorhaz.eu/enÖffnungszeiten: Das Museum ist das ganze Jahr über täglich von 10:00 Uhr bis 20:00 Uhr geöffnet. Das Gelände ist nur mit geführten Touren erkundbar
Eintritt: Erwachsene 3600Ft / Studenten und Senioren 1800Ft
Zugang: Das Felsenkrankenhaus befindet sich am westlichen Rand des Burgviertels wodurch die Erreichbarkeit zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln exzellent ist. Mit dem eigenen Fahrzeug ist es jedoch nicht möglich ohne Genehmigung in das Viertel zu gelangen
Informationen: Beschilderungen stehen in Ungarisch und Englisch zur Verfügung, Broschüren und Führungen stehen in weiteren Sprachen zur Verfügung
Karte des Budapester Felsenkrankenhauses
"); var latlng_1816 = new google.maps.LatLng( 47.5007240600, 19.0315443300); var mapOptions_1816 = new Object(); mapOptions_1816.center = latlng_1816; mapOptions_1816.zoom = 19; mapOptions_1816.mapTypeId = google.maps.MapTypeId.HYBRID; mapOptions_1816.navigationControlOptions = new Object(); mapOptions_1816.navigationControlOptions.style = google.maps.NavigationControlStyle.ZOOM_PAN; //myOptions.navigationControlOptions = Array; var mapCenter_1816 = new Object(); mapCenter_1816.position = latlng_1816; mapCenter_1816.title = rowsInfoText_1816[0]; var map_1816 = new google.maps.Map(document.getElementById("cbsgm_1816"), mapOptions_1816); var marker_1816 = new google.maps.Marker(mapCenter_1816); // set info window if ('' != infoText_1816){ infoText_1816 = infoText_1816.replace(/\n/g, "
"); var infoBox_1816 = new Object(); infoBox_1816.content = infoText_1816; var infowindow_1816 = new google.maps.InfoWindow(infoBox_1816); // add listener google.maps.event.addListener(marker_1816, 'click', function(){openInfoWindow();}); } if (true == '1') openInfoWindow(); marker_1816.setMap(map_1816); function openInfoWindow(){ infowindow_1816.open(map_1816,marker_1816); }
Bildquellen und Bildrechte:
(1) "Riado 1944", Ali1234, 2008, Creative Commons 3.0
(2) Ali1234, 2007, Creative Commons 3.0
(3) Ali1234, 2007, Creative Commons 3.0
(4) Ali1234, 2008, Creative Commons 3.0
Rechte:
© by www.Urlaub-Ungarn.at (Stand 2015, H)
