Die Synagoge von Pécs
Einleitung:
Innerhalb von Pécs werden Besucher religiöse Gebäude von verschiedenen Glaubensrichtungen entdecken. Aus dem christlichen Glauben entstand der Dom von Pécs, die Moschee von Pécs ist ein Überbleibsel aus der islamischen Zeit. Auch das Judentum ist seit Jahrhunderten in der Stadt verankert und daher steht im südöstlichen Stadtzentrum die Synagoge von Pécs. Dieses wunderschöne Gebäude ist heute das Zentrum des jüdischen Glaubens in Pécs und gleichzeitig ist es eine immer beliebtere Sehenswürdigkeit. Neben einer beeindruckenden Architektur ist das Markenzeichen der Synagoge von Pécs die Inneneinrichtung, welche nie restauriert wurde und daher vollkommen im originalen Zustand erhalten ist.
Geschichte:
Der Werdegang der Pécser Synagoge ist eng mit der Geschichte der jüdischen Gemeinde der Stadt verbunden. Diese konnte sich erst nach der türkischen Besatzung bilden, da die Besatzer das Judentum als Feindbild ansahen. Einige jüdische Familien kamen im 16. und 17. Jahrhundert in die Stadt, jedoch wurden sie nur toleriert, nicht aber akzeptiert. In den folgenden Jahrzehnten besserte sich die Situation aber und nach dem Österreich-Ungarischen Ausgleich im Jahr 1867 konnten Juden in Pécs allen Tätigkeiten nachgehen. Noch im Jahr 1843 wurde eine kleine Synagoge errichtet, doch mit den neuen Möglichkeiten beschloss die Gemeinde eine neue Synagoge zu errichten, wodurch die heutige Synagoge noch immer manchmal als Neue Synagoge bezeichnet wird.
Mit dem Bau der Synagoge von Pécs wurden die Architekten Lipót Kauser, Károly Gerster und Frigyes Feszl beauftragt und in nur 4 Jahren eröffnete das im romantischen Stil erbaute Gebäude 1869 seine Pforten. Wegen seiner Lage am Kossuth Platz wirkte das religiöse Gebäude schon damals sehr imposant. Währenddessen wuchs die jüdische Bevölkerung in Pécs und daher wurden im Jahr 1905 Erweiterungen durchgeführt. Gleichzeitig befand sich in einem nahen Gebäude die jüdische Schule, die ebenfalls zum Komplex gehörte. Im Übrigen kostete der Bau des zweistöckigen Gebäudes damals 120.000 Forint von denen ungefähr die Hälfte von den Gemeindemitgliedern bezahlt wurde.
Während des Zweiten Weltkriegs wurden fast alle Juden aus Ungarn deportiert und selbst nach dem Krieg gab es keine finanziellen Mittel, um die Pécser Synagoge weiter nutzen zu können. Über Jahre verfiel das Gebäude langsam und insbesondere die Außenfassade musste dringend renoviert werden. Im Jahr 1980 entschlossen sich die Bürger der Stadt der jüdischen Gemeinschaft zu helfen und so begann eine große Spendenaktion, um genügend Gelder für eine Restauration aufzutreiben. Dies gelang auch und von 1980 bis 1983 wurden die größten Reparaturen durchgeführt. Seitdem wurden immer wieder Renovierungen getätigt, jedoch kann die heutige jüdische Gemeinde die Synagoge wieder aktiv nutzen und gleichzeitig als beliebte Sehenswürdigkeit von Pécs präsentieren.
Außenarchitektur:
Heute ist die Synagoge von Pécs die größte ungarische Synagoge westlich der Donau und somit ein besonderes Bauwerk. Am Kossuth Platz stehend ist sie ein eigenständiges Gebäude, welches von einem kleinen Garten umgeben wird. Die Ausmaße sind außerordentlich, immerhin besitzt das Bauwerk eine Länge von rund 32 Metern und eine Breite von rund 23 Metern. An der Außenfassade des Haupteingangs erkennt man bereits den wunderschönen romantischen Stil, der an die jüdischen Traditionen angepasst ist. Der Eingang ist durch drei Haupttore möglich, über welchen wunderschöne handgefertigte Glasfenster platziert sind. Zu den Frontalelementen gehören ebenfalls der traditionelle Davidstern und eine Uhr, die heute noch die genaue Uhrzeit angibt.
Sehr interessant sind auch die Symbole und Schriften an der Hauptfassade der Synagoge von Pécs. Über der Uhr ist ein hebräischer Text zu lesen, der übersetzt "Gebetshaus für alle Völker" bedeutet. Auf der Spitze der Fassade entdeckt man zwei Elemente, die ebenfalls Buchstaben aufweisen. Diese zwei Strukturen sollen die Steinplatten der 10 Gebote symbolisieren, die Moses von Gott erhielt. Statt Zahlen sind hebräische Buchstaben zu sehen, was darauf zurückzuführen ist, dass im Hebräischen auch Buchstaben für Zahlen stehen können. Neben dieser imposanten Hauptfassade ist es aber auch lohnenswert einen kleinen Rundgang im Garten zu machen, und sich auch die anderen Wände des romantischen Gebäudes anzusehen.
Innenarchitektur:
Nach dem Betreten der Synagoge von Pécs entdecken Besucher die wahre Schönheit dieses Bauwerks. Obwohl die Nutzung nach dem Zweiten Weltkrieg vollkommen eingestellt wurde, wurden die einzelnen Bereiche und religiösen Elemente nicht beschädigt. Daher können Besucher nun eine originale Innenarchitektur betrachten, was europaweit nur noch sehr selten möglich ist. Im großen Hauptraum stehen links und rechts Sitzreihen, während in der Mitte ein Gang zum sogenannten Sanktuarium führt. Hier entdeckt man typisch jüdische Merkmale wie die berühmte Menora und auch den Lesetisch für die Tora. In Erinnerung an die Opfer des Holocaust wurde eine besondere Tora angefertigt, die die Namen der Opfer auflistet.
Bei der näheren Betrachtung der Innenwände präsentiert die Pécser Synagoge zahlreiche künstlerische Motive. Zeichen des Lebens wie Blumen dekorieren die roten Wände und die Decken werden ebenfalls mit vielfältigen sternförmigen Ornamenten geschmückt. Die aus Marmor angefertigten Säulen tragen die oberen Stockwerke an denen auch zahlreiche Beleuchtungen und Kronleuchter zu finden sind. Zusätzlich gibt es auch mehrere Hinweise darauf, dass die Synagoge bis heute verwendet wird. Steinplatten zählen berühmte Persönlichkeiten der Synagoge und der Gemeinde auf und innerhalb des Gebäudes sind auch Fingerschalen und Seelenlichter zu finden.
Hervorzuheben ist auch die historische Orgel der Synagoge von Pécs. Mit ihr ist eine lokale Erfolgsgeschichte verbunden, die zahlreichen Menschen geholfen hat. Mit der Herstellung der Orgel wurde nämlich József Angster beauftragt, der gerade seine Orgelmanufaktur eröffnet hatte. Pünktlich lieferte der Orgelbauer das 24-stufige Instrument im Jahr 1869 ab und die Gemeinde war vom Klang sofort begeistert. Herr Angster konnte ab diesem Zeitpunkt die Synagoge als Referenz beziehen und so erhielt die Orgelmanufaktur einen Auftrag nach dem anderen. Zu besonderen Veranstaltungen und Feiertagen wird die Orgel auch heute noch verwendet, und wer das Glück haben sollte ihren Klang erleben zu können, sollte die Möglichkeit unbedingt nutzen.
Zusammenfassung:
Die Pécser Synagoge ist heute ein besonderer und außergewöhnlicher Vertreter der städtischen religiösen Gebäude. Sie wird jährlich von tausenden Gästen besucht und erkundet, um mehr über das Judentum erfahren zu können. Gleichzeitig ist sie immer noch eine aktive Synagoge, wobei viele Gemeindeveranstaltungen heute in der ehemaligen jüdischen Schule abgehalten werden. Zu besonderen Anlässen wird aber auch das Gebetshaus selbst genutzt. Seit der Erneuerung im späten 20. Jahrhundert ist das Bauwerk zu einem strahlenden Beispiel der Religionsvielfalt geworden und daher werden alle Besucher herzlich willkommen geheißen, wenn sie an einer Veranstaltung teilnehmen wollen. Die Zukunft der Synagoge von Pécs war zwar für lange Zeit ungewiss, jedoch gelang es zusammen mit der jüdischen Gemeinde und den restlichen Bewohnern der Stadt ein Zeichen der Einheit zu setzen und die jüdische Kultur wieder in der Stadt aufleben zu lassen.
Karte der Synagoge von Pécs
"); var latlng_1558 = new google.maps.LatLng( 46.0741237800, 18.2310390500); var mapOptions_1558 = new Object(); mapOptions_1558.center = latlng_1558; mapOptions_1558.zoom = 18; mapOptions_1558.mapTypeId = google.maps.MapTypeId.HYBRID; mapOptions_1558.navigationControlOptions = new Object(); mapOptions_1558.navigationControlOptions.style = google.maps.NavigationControlStyle.ZOOM_PAN; //myOptions.navigationControlOptions = Array; var mapCenter_1558 = new Object(); mapCenter_1558.position = latlng_1558; mapCenter_1558.title = rowsInfoText_1558[0]; var map_1558 = new google.maps.Map(document.getElementById("cbsgm_1558"), mapOptions_1558); var marker_1558 = new google.maps.Marker(mapCenter_1558); // set info window if ('' != infoText_1558){ infoText_1558 = infoText_1558.replace(/\n/g, "
"); var infoBox_1558 = new Object(); infoBox_1558.content = infoText_1558; var infowindow_1558 = new google.maps.InfoWindow(infoBox_1558); // add listener google.maps.event.addListener(marker_1558, 'click', function(){openInfoWindow();}); } if (true == '1') openInfoWindow(); marker_1558.setMap(map_1558); function openInfoWindow(){ infowindow_1558.open(map_1558,marker_1558); }
Bildquellen und Bildrechte:
(1)
(2)
(3)
(4)
Rechte:
© by www.Urlaub-Ungarn.at (Stand 2013, H)
