Der schöne Déak Brunnen nahe Sopron
Einleitung:
Die Wälder der Soproner Hügel bieten Naturfreunden und Aktivurlaubern wunderschöne Ziele für Ausflüge. Um den Besuchern von Sopron immer neue und interessante Orte präsentieren zu können, werden ständig neue touristische Projekte realisiert. Einer der jüngsten Sehenswürdigkeiten von Sopron ist der Deák Brunnen, der unter ungarischen Wanderern schon längst bekannt ist und nun auch immer mehr internationale Gäste fasziniert. In den Geschichtsbüchern ist er als älteste Quelle Soprons bekannt, wodurch er schon im 19. Jahrhundert unter den Sopronern bekannt war. Der erst 2011 vollkommen renovierte Erholungsort weist nicht nur eine über 180 jährige Geschichte auf, sondern ist auch noch heute Teil von lokalen Traditionen. Der Deák Brunnen ist daher ein sehr empfehlenswertes Ziel, wenn man das Naturschutzgebiet Sopron näher kennen lernen möchte.
Geschichte:
Der heute einladende Deák Brunnen besitzt inzwischen eine fast 200 jährige Geschichte. 1827 gründeten die Schüler des damaligen Liceums, oder Gymnasiums, eine patriotische Gruppierung, die es sich unter anderem zum Ziel setzte die Waldquelle im Südwesten Soprons in einen Freizeitort zu verwandeln. Zunächst wurde die Quelle freigelegt und vom Morast befreit, danach wurden die Wege gereinigt und begehbar gemacht. Auf einem Stein über der Quelle stand die Inschrift "Studentenbrunnen! Sei die Quelle vieler unschuldiger Freuden!". Die Namensherkunft Studentenbrunnen folgt aus der Tatsache, dass Deák im Ungarischen als Student oder Schüler übersetzt werden kann.
In den folgenden Jahren begann eine Tradition, bei der sich die Schüler des Liceums oftmals am Deák Brunnen trafen und gemeinsame Freizeitaktivitäten veranstalteten. Auch Erwachsene Soproner entdeckten diesen Ort für sich wodurch mit der Zeit zahlreiche Programme abgehalten wurden. Es gab zwar mehrere Ereignisse, die den Brunnen fast in Vergessenheit geraten ließen, so wie das Verbot der Schülergruppe nach dem Unabhängigkeitskrieg im Jahr 1848, aber mit der Zeit wurde der Ort wieder renoviert und erneuert. 1922 wurde der Brunnen mit einem Schutzwall aus Stein erweitert, der bis heute gesehen werden kann.
Ab diesem Jahr wurde es eine Schultradition, dass sich die Maturanten des Gymnasiums hier von ihren Professoren und Schulkollegen verabschiedeten. Im Jahr 1948 wurde diese Tradition vom sowjetischen Regime verboten, ab 1960 ignorierten die Schüler das Verbot und feierten ihren Schulabschluss wieder am vertrauten Ort. Seit diesem Jahr wurde die hiesige Tradition nie wieder unterbrochen und bis heute kommen die Absolventen jedes Jahr zum Deák Brunnen, um ihre bestandene Matura im Mai oder im Juni zu feiern. Zusätzlich gehört es beim heutigen Gymnasium auch zum Standardprogramm, Wanderungen zum Brunnen zu unternehmen und dessen Geschichte kennen zu lernen. Mit mehreren Investitionen wurde der Studentenbrunnen im Jahr 2011 ein weiteres Mal vollkommen renoviert und gesäubert.
Geographische Lage:
Die Nähe zur südwestlichen Stadtgrenze macht den Deák Brunnen zu einem leicht erreichbaren Ausflugsziel. Der heutige Freizeitort ist gleich neben der Bergstraße zu finden, die auch zum Parkplatz vom Károly Aussichtsturm führt. Zusätzlich führen zwei Wanderwege zur Lichtung, die aufgrund des gut ausgebauten Wandernetzes von mehreren Orten aus erreicht werden können. Einige Meter abseits der Straße werden der Brunnen und seine direkte Umgebung von Wäldern und kleinen Hügeln umgeben, wodurch der Ort abgeschirmt und idyllisch ist. Wer zum Beispiel über kein eigenes Fahrzeug verfügt, der kann mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Lövér Strandbad fahren und der Bergstraße in das Naturschutzgebiet 500 Meter lang folgen, bis der Brunnen schon erreicht ist.
Elemente des Brunnens:
Seit den letzten Neuerungen aus dem Jahr 2011 besitzt der Deák Brunnen folgende Elemente. Die Wasserquelle entspringt aus einem Steinwall, der halbkreisförmig angeordnet ist. Diese Struktur ist der Schutzwall, der bereits vor etlichen Jahren errichtet worden ist. Im Zentrum dieses Halbkreises ist eine Gedenktafel zu finden, die gleich mehrere Nachrichten aufweist. Einerseits sind markante Jahreszahlen wie die Gründung des Schülervereins im Jahr 1827 oder das Verbot der Tradition im Jahr 1883 erwähnt. Andererseits sind auch die ursprünglichen Inschriften erhalten geblieben, so wie die Bitte nach unschuldigen Freuden oder der Aufruf an die Jugend, die eigene Heimat zu lieben. Als letztes Element fließt das Wasser der Quelle einen Kanal entlang, damit sich kein Schmutz ansetzen kann.
Veranstaltungen:
Die Erinnerung an den Deák Brunnen als Freizeitort ist bis heute erhalten geblieben, wodurch heute einerseits langbewährte Traditionen abgehalten werden, andererseits Besucher auch spontane Veranstaltungen organisieren. Das örtliche Gymnasium nutzt den Ort jedes Jahr, um den Maturanten für ihre Zukunft Alles Gute zu wünschen. Im offiziellen Maturantengewand kommen die Schüler zum Brunnen und musizieren und singen, um die bestanden Prüfung zu feiern. Familien, aber auch Schaulustige sammeln sich an diesen Sommertagen, um sich das Programm anzusehen.
Gleichzeitig bietet die offene Umgebung des Deák Brunnens die Möglichkeit, um weitere Freizeitaktivitäten zu veranstalten. Reisegruppen, die mit dem Bus angereist sind oder Sopron während einer Radtour erkunden, machen hier sehr gerne eine kleine Mittagspause, bei der ein Picknick veranstaltet wird. Auch junge Musiker nutzen die Elemente des Brunnens, um ihre Instrumente aufzustellen und einem kleinen Publikum ihre Fähigkeiten zu präsentieren. Dies gilt im Übrigen auch für Aufführungen aus dem Bereich des Laientheaters, bei dem Zuschauer eine Komödie oder ein Drama genießen können. Wann diese Aktivitäten stattfinden, kann innerhalb des "Tourinform" in Sopron erfragt werden.
Umgebung:
Der geschichtliche Deák Brunnen wird von zahlreichen wunderschönen Laubbäumen umgeben. Diese geschützten Bäume bilden eine natürliche Abgrenzung des Ortes und die Baumwipfel spenden im Sommer genügend Schatten. Neben dem Brunnen befinden sich einige Sitzbänke mit Tischen, damit man hier eine Pause verbringen kann und sich zum Beispiel das nächste Wanderziel aussuchen kann. Wer am Neusiedlersee Angeln war, der kann seinen Fang mitnehmen und diesen an der vorgehsehen Feuerstelle selbst zubereiten. Die Gäste werden aber natürlich darum gebeten, den Ort so zu hinterlassen wie er aufgefunden wurde. Für Kinder gibt es auch die Möglichkeit in der näheren Umgebung einige typische Waldtiere der Region zu suchen, die zahlreich vorhanden sind.
Zusammenfassung:
Auch wenn der Deák Brunnen oftmals vergessen wurde und anschließend wieder renoviert werden musste, so ist er heute ein Reiseziel, das Kultur und Natur miteinander verbindet. Die Klänge des Waldes und der Quelle erzeugen ein Ambiente, das die Seele entspannen lässt, während man sich auf einer Bank ausruht oder eine kleine Stärkung zu sich nimmt. Mit der Anbindung zu den derzeitigen Wanderwegen gehört der Deák Brunnen fast schon zu den obligatorischen Zielen während der Erkundung des Sopron Naturschutzgebietes. Vielleicht mag der Ort zunächst einfach erscheinen, doch wenn man die Geschichte hinter der ältesten bekannten Quelle Soprons kennt, dann erkennt man den Ort als Bewahrer von Geschichte und Traditionen. Im Sommer kann es durchaus sein, dass während dem eigenen Besuch gerade eine Veranstaltung stattfindet, aber auch ohne ein definiertes Programm bietet der Deák Brunnen einige Freizeitmöglichkeiten.
Weitere relevante Informationen
Original Ungarischer Name: Deák Kút
Webseite (nicht offiziell): http://www.fagushotelsopron.hu/de/aktive_erfholung/deak_studenten_brunnen.html
Öffnungszeiten: Der Brunnen ist jederzeit besuchbar
Eintritt: Kein Eintrittspreis
Zugang: In den Soproner Hügel gelegen kann der Brunnen sowohl mit dem eigenen Fahrzeug als auch im Rahmen einer Wanderung gut erreicht werden. Vom Stadtzentrum aus ist der Weg zu Fuß aber zu lang
Informationen: Erinnerungstafeln sind auf Ungarisch vorhanden
Karte des Deák Brunnens
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