Ein wunderschöner Ausblick vom Károly Turm

Der Károly Aussichtturm bei Sopron

Der im Jahre 1936 fertiggestellte Turm besitzt eine Höhe von rund 22 Meter, die für eine einzigartige Aussicht ausreichen (1)
Der 500 Meter lange Waldweg vom Parkplatz zum Turm bietet einen malerischen Einblick in das Naturschutzgebiet (2)
Bei gutem Wetter kann man nicht nur Sopron entdecken, sondern auch den Neusiedlersee und die österreichischen Voralpen (3)
Während dem Aufstieg kann in jedem Stockwerk eine kleine Ausstellung betrachtet werden (4)

Einleitung:

Im Südwesten der altehrwürdigen Stadt Sopron erstreckt sich der Soproner Wald, der Teil des Naturschutzgebietes Sopron ist. Wanderer aus dem In- und Ausland nutzen schon seit etlichen Jahren die Wanderwege, um verschiedene Ziele aufzusuchen. Einer der schönsten Wanderziele ist sicherlich der Károly Aussichtsturm, der im Ungarischen als Károly Kilátó bezeichnet wird. Der bald 100 Jahre alte Turm ermöglicht einen unvergesslichen Ausblick auf Sopron, aber auch auf andere Regionen wie den Neusiedlersee. Nach intensiven Restaurationsarbeiten ist der Karóly Aussichtsturm einer der neueren Sehenswürdigkeiten von Sopron und die Kombination aus Aussichtsplattform und Ausstellungen hat veranlasst, dass jährlich bereits über 30.000 Besucher den Ausblick genießen.

Geschichte:

Die Entstehungsgeschichte des Károly Aussichtsturmes kann auf das Jahr 1869 zurückverfolgt werden, als der Verein für die Verschönerung Soprons gegründet wurde. Eines der vielen Projekte umfasste den Bau eines Wandernetzwerkes im Soproner Wald und schon damals gab es an der Stelle des heutigen Turmes einen kleinen Rastplatz. An diesem Ort errichteten Károly Romwalter und sein Sohn Alfréd eine erste Aussichtsplattform, die 1876 eröffnet wurde. Die Holzkonstruktion wurde sofort beliebt, jedoch benötigte die Sehenswürdigkeit im Jahr 1902 eine Erneuerung. Statt der Renovierung beschloss die Stadtverwaltung einen Architekten mit dem Bau eines neuen Turmes zu beauftragen, der für viele Jahrzehnte halten sollte.

Um einen zeitgenössischen Stil für den Bau des Károly Aussichtsturmes zu erhalten, wurde der renommierte Architekt Oszkár Winkler für den Bau ausgewählt. Wegen einigen Hindernissen konnte der Turm erst 1936 eröffnet werden, doch ab dann kamen zahlreiche Gäste zur neuen Sensation. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Aussichtsplattform verstaatlicht und in dieser Zeit ließ man die Konstruktion verkommen. Erst im Jahr 1996 erhielt die Stadt den Turm zurück und sofort wurden Restaurationsarbeiten begonnen. Ab dem Jahr 2000 wurden anschließend die Ausstellungen neu überarbeitet, die Umgebung touristenfreundlich gemacht und die Anfahrt mit einem nahegelegenen Parkplatz erleichtert. Seither wird der Turm immer bekannter und auch die Besucherzahlen wachsen stetig.

Lage:

Wenn man die Distanz per Luftlinie berechnet, dann liegt der Károly Aussichtsturm nur 800 Meter von der südwestlichen Stadtgrenze von Sopron entfernt. Der höchste Berg in der Nähe ist der Magas-bérc, der eine Höhe von 557 Metern aufweist. Das Fundament der Aussichtsplattform besitzt hingegen eine Höhe von 398 Metern. Nur 200 Meter weiter südlich steht der Fernsehturm von Sopron und nicht weit entfernt ist auch das Hotel Lövér zu finden. Die Straßenanbindung zum Freizeitturm ist ausgezeichnet, der nächstgelegene Parkplatz ist gerade einmal 500 Meter entfernt. Zusätzlich führen zwei Wanderwege direkt zur Károly Aussichtsplattform, die aber nicht mit dem Fahrzeug befahrbar sind.

Architektonische Informationen:

Die Architektur des Károly Aussichtsturmes weist interessante Merkmale auf. Die Grundkonstruktion des 1936 fertiggestellten Bauwerkes besteht aus robustem Gneis-Gestein. Wie bei einem mittelalterlichen Turm wurden vier Steinwände hochgezogen, um auch stärkeren Winden entgegenwirken zu können. Innerhalb der Steinmauern führt eine Holztreppe zur Aussichtsebene, wobei der Turm aus insgesamt vier Ebenen besteht. Die unterste Ebene bildet die heutige Kassa, die auch gleichzeitig zur Treppe führt. Im ersten und im zweiten Stock sind anschließend die Ausstellungsräumlichkeiten zu finden und die nicht verdeckte obere Plattform besteht selbst aus einer unteren und einer oberen Ebene. Obwohl das Gebäude 1996 restauriert werden musste, wurde der ursprüngliche Baustil beibehalten.

Ausstellungen:

Schon bei der Eröffnungsrede im Jahr 1936 wurde angekündigt, dass der Károly Aussichtsturm nicht nur einen schönen Ausblick ermöglichen soll, sondern auch naturkundliches Wissen vermitteln soll. Diesem Wunsch ist die Verwaltung des Turmes ab dem Jahr 1999 auch nachgekommen, denn in den einzelnen Etagen können verschiedenste Exponate von mehreren Forschern und Künstlern beobachtet werden. Eine nennenswerte Künstlerin ist zum Beispiel Vera Csapody, die sich hauptsächlich dem Aquarellstil gewidmet hat. Zusammen mit Botanikern zeichnete sie verschiedene Pflanzen mit Aquarellfarben, die aber anatomisch und farbtechnisch genauestens dem Original nachempfunden wurden. Dadurch wurden die Aspekte Kunst und Wissenschaft miteinander vereint.

Innerhalb der Ausstellungen des Károly Aussichtsturmes gibt es auch Ausstellungsstücke über Persönlichkeiten und die natürliche Umgebung. Im ersten Stock sind zum Beispiel Geweihe und Modelle von Waldtieren ausgestellt, die bis heute im Naturschutzgebiet ihre Heimat haben. Zusätzliche Tafeln und Informationsschilder erklären regionale Entwicklungen und natürliche Aspekte des Waldes. Im Zweiten Stock wurde 2002 die Ausstellung "Sie waren unsere Vorgänger" eröffnet, die sich mit Persönlichkeiten wie Oszkár Winkler auseinandersetzt. Zahlreiche Briefe, Photographien und persönliche Gegenstände runden den Ausstellungsraum ab. Wegen den begrenzten Räumlichkeiten sind die einzelnen Räume weder überladen, noch zu spärlich ausgestattet, die Menge an Informationen ist für einen Kurzbesuch genau angemessen.

Aussicht:

Die zwei offenen Ebenen vom Károly Aussichtsturm eröffnen einen 360° Ausblick auf eine Umgebung von bis zu 50 Kilometern. Im Norden kann ganz Sopron überblickt werden und etwas weiter Nördlich ist auch der Neusiedlersee zu sehen. Im Nordwesten kann die Ungarisch-Österreichische Grenze erahnt werden, die heute nicht mehr durch Grenzstationen markiert wird. Im Westen und Südwesten können zwei österreichische Berge entdeckt werden, nämlich der Rax und der Schneeberg. Im Süden hingegen kann man die weiten Gebiete des Naturschutzgebietes Sopron bestaunen und auch die verschiedenen Baumwipfel der alten Wälder entdecken. Als markantes Element steht im Süden auch der Fernsehturm von Sopron, der den Aussichtsturm bei weitem überragt.

Umgebung:

Dank zahlreicher Investitionen und vieler freiwilliger Helfer ist auch die direkte Umgebung des Károly Aussichtsturms zu einem schönen Ort geworden. Gleich vor dem Haupteingang ist ein Platz mit Bänken und Sitzplätzen zu finden, der zu einer Pause einlädt. Nur wenige Meter von Turm entfernt steht ein Kiosk, der Reisenden ein Eis oder ein kühles Getränk anbietet. Interessant ist auch das Endre Gombocz Naturkundehaus, das sich beim Rastplatz befindet. Ein kleiner Spaziergang zu den nahen Bäumen lohnt sich ebenfalls, da diverse Schilder und Tafeln Bäume und Pflanzen benennen, die hier zu finden sind. Auf dem kleinen Kinderspielplatz können sich die jüngeren Familienmitglieder austoben, während sich die Eltern die Flora ansehen können.

Zusammenfassung:

Ende der 80er Jahre rechnete niemand damit, dass aus dem verwahrlosten Turm eine wunderschöne Touristenattraktion werden würde, doch dieses Ziel wurde ab 1996 erreicht. Heute ist der Károly Aussichtsturm der vielleicht schönste von Menschen erbaute Ort innerhalb des Naturschutzgebietes und die steigenden Touristenzahlen sprechen für sich. Die abwechslungsreichen Ausstellungen, sowie die Umgebung und die Aussicht von oben haben dafür gesorgt, dass Sopron die Aussichtsplattform heute stolz als städtische Sehenswürdigkeit präsentiert. Wer einen Wanderausflug machen möchte, der kann den Károly Aussichtsturm als Ziel wählen, wer nur wenig Zeit hat und die Aussicht sehen will, der kann bis zum Parkplatz fahren und dann den Turm in 10 Minuten zu Fuß erreichen. Die Familie Károly wollte die Schönheit der Umgebung mit ihrem Holzturm sichtbar werden lassen und heute kann diese auch problemlos betrachtet werden, wodurch der Károly Aussichtsturm nach den Begründern dieses Projektes benannt wurde.

Weitere relevante Informationen

Original Ungarischer Name: Károly-kilátó

http://www.sopron.hu/Sopron/portal/tourism_show?contentId=1454

Öffnungszeiten: Der Aussichtsturm ist das ganze Jahr über geöffnet. Von November bis Februar ist die Sehenswürdigkeit von 09:00 bis 16:00 Uhr geöffnet, im März ist sie bis 17:00 Uhr offen, im April bis 18:00 Uhr, zwischen Mai und August bis 20:00 Uhr, im September bis 19:00 Uhr und im Oktober wieder bis 18:00 Uhr

Eintritt: Erwachsene 200Ft / Studenten und Senioren 110Ft

Zugang: Der Turm ist mit zwei Wanderwegen verbunden, die nicht mit dem Fahrzeug begehbar sind. Für Gäste mit einem PKW befindet sich rund 500 Meter vom Turm ein frei nutzbarer Parkplatz. Von Sopron aus wird der Parkplatz über den Lövér körút erreicht, diese Straße verläuft entlang eines Freibades mit Kuppel wo der Aufgang zum Turm angeschrieben ist. Der Weg zu Fuß zum Turm ist vom Parkplatz aus leicht bewältigbar

Informationen: Beschilderungen stehen in Ungarisch zur Verfügung, Führungen stehen in weiteren Sprachen zur Verfügung

Karte des Károly Aussichtsturms

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