Hunde in Ungarn und ungarische Hunde
Einleitung:
Der Hund ist bekanntlich der beste Freund des Menschen. Sei es auf einem großen Bauernhof oder in einer Stadtwohnung, Hunde bereichern das Leben vieler Hundehalter. Auch in Ungarn sind ungarische Hunde treue Weggefährten vieler Menschen. Besucher aus dem Ausland werden besonders in der ungarischen Puszta viele Landwirte mit einen oder mehreren Hunden finden, aber auch in Städten wie in Budapest sind die Hundebesitzer täglich zu sehen, die mit ihrem Vierbeiner spazieren gehen. Zahlreiche Urlauber nehmen aber auch gerne ihre eigenen Hunde auf einen Urlaub in Ungarn mit, wo sie sich am Balaton oder in den Wäldern des Landes vergnügen können.
Geschichte:
Seit der Landnahme der Ungarn am Ende des ersten Jahrtausends waren Hunde in Ungarn eine Selbstverständlichkeit. In den frühen Siedlungsjahren waren die eigenen Rassen, die aus Asien mitgenommen wurden, entweder Wegbegleiter oder Beschützer für ihre Besitzer. Als im Mittelalter die ersten ungarischen Viehzüchtungen begannen, wurden die Hunde für den Viehtrieb und den Schutz von Herden eingesetzt. Die Hunde waren nur selten in Städten zu finden, da sich nur die wenigsten Städter einen Vierbeiner leisten konnten. Bis zum späten Mittelalter wurden Hunde in Ungarn auch für die Jagd verwendet, wobei sie für die Treibjagd und die Vogeljagd genutzt worden.
Im Lauf der Jahrhunderte war es für viele ungarische Landwirte selbstverständlich, dass ihre ungarischen Hunde keine Utensilien, sondern fast schon Familienmitglieder waren. Im 18. Jahrhundert wurde sogar mit der professionellen Zucht der ungarischen Hunde begonnen und so gab es auf fast jedem Bauernhof mindestens ein Exemplar. Nach dem Zweiten Weltkrieg änderte sich die Situation im Land aber sehr schnell. Viele Besitzer starben oder ließen ihre Hunde zurück, wodurch ein Straßenhundeproblem entstand, dass bis heute andauert. Nach der Wende gab es dementsprechend nicht nur Hunde in tierlieben Familien, sondern auch tausende streunende Hunde, die Menschen und andere Lebewesen stark gefährdeten.
Informationen und Fakten:
Heute leben sehr viele Hunde in Ungarn bei freundlichen und fürsorglichen Familien. In den städtischen Regionen sind die unterschiedlichsten Hunderassen zu finden, während auf den ländlichen Regionen fast nur ungarische Hunderassen zu finden sind. Zu den ungarischen Rassen gehören zum Beispiel der Pumi, der Puli oder der Komondor. Diese Hirtenhunde haben unterschiedliche Aufgaben. Während die größeren Rassen für den Schutz der Herde zuständig sind, bewachen die kleineren Rassen die Herde und halten sie zusammen. Daher kommt es nur sehr selten vor, dass ein Landwirt mit einer Herde nur einen Hund besitzt. Inzwischen haben ungarische Hunderassen auch internationale Preise gewonnen, und daher werden sie weltweit auch immer beliebter.
Die Ungarn selbst waren nicht nur in den letzten Jahrhunderten ein hundefreundliches Volk, sondern sind es bis heute geblieben. Besonders in ländlichen Gegenden findet man kaum einen Menschen, der seine Vierbeiner nicht liebt. Die Arbeit mit den Viehherden ist zwar anstrengend, aber am Ende des Tages ist eine gute Portion Fleisch oder Hundefutter immer für die Hunde vorhanden. Manche Tierbesitzer haben aber im Lauf der Zeit entweder keine Zeit oder kein Geld mehr um sich um ihre Hunde in Ungarn zu kümmern. Diese Tiere werden oftmals in Tierheime gegeben, wo sie mit etwas Glück bald wieder einen neuen Besitzer finden können. Manche Besitzer setzen die Tiere einfach aus, dies wird aber strafrechtlich verfolgt und kann zu hohen Geldstrafen, wenn nicht sogar zu Haftstrafen führen.
Ungarn ist auch für Gäste des Landes mit eigenen Hunden ein sehr hundefreundliches Land. Für die Hunde in Ungarn gibt es inzwischen diverse Hotels und Campingplätze, die Angebote für Haustiere zur Verfügung stellen. Auch das Hundefutter und sonstige Hundeutensilien können in jedem ungarischen Supermarkt erworben werden, noch dazu sind die Preise sehr günstig. Zu beachten gilt es aber, dass für Ungarn dieselben Richtlinien wie für alle anderen EU-Länder gelten. Das bedeutet, dass die nötigen Dokumente auf der Reise unbedingt mitgenommen werden müssen. Hunde dürfen auch die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, jedoch besteht zur Sicherheit der anderen Fahrgäste eine Maulkorbpflicht.
Straßenhundproblematik:
Auch wenn keine genaue Zahlen bekannt sind, und diese auch nicht ermittelt werden können, so gibt es tausende Hunde in Ungarn, die als Straßenhunde eingestuft werden. Diese Hunde wurden von ihren Besitzern aufgegeben, und obwohl es viele Menschen nicht gerne hören, werden die Hunde sehr häufig von Zigeunern ausgesetzt, weil sie sich für die Tiere kein Futter mehr leisten können oder einfach das Interesse am Tier verloren haben. Diese Hunde können sich anschließend ungehindert vermehren, wodurch das Problem weiterhin verschlimmert wird.
Diese Straßenhunde sind eine Gefahr für alle Bewohner des Landes. Sie haben oft verschiedenste Krankheiten wie Tollwut oder Wurminfektionen und reagieren aufgrund des Fehlens eines Besitzers meist aggressiv. Besonders Kinder und ältere Menschen sind in Gefahr, wobei die meisten Hunde nicht in Städten, sondern in Kleinstsiedlungen zu finden sind. Die ungarische Politik ist sich dieser Gefahr seit Jahren bewusst und hat deshalb verschiedenste Maßnahmen ergriffen, um das Problem zu lösen. Zunächst wurden Tiertötungsstellen errichtet, welche das Problem zwar eindämmen aber nicht lösen, denn solange Hunde freigelassen werden, kann die Gesamtzahl nicht effizient reduziert werden.
Bei dem äußerst heiklen Thema der Straßenhunde ist es nicht gerade hilfreich, dass Tierschutzorganisationen und Aktivistengruppen seit Jahren Falschinformationen und übertriebene Nachrichten verbreiten, die nicht förderlich sind und im Endeffekt den Hunden mehr schaden als helfen. Die Organisationen verweisen oftmals darauf, dass nur die Kastration der Tiere eine Lösung ist, was langfristig wiederum falsch ist. Die einzige Methode das Problem der Straßenhunde in Ungarn zu bekämpfen ist die Kontrolle ihrer Besitzer. Wenn sich der Hundebesitzer keine artgerechte Haltung oder Impfungen leisten kann, dann sollten diese Menschen gar keine Hunde besitzen. Aus diesem Grund hat die Regierung in den letzten Jahren eine sehr fortschrittliche Methode entwickelt, wie das Problem der Straßenhunde in den nächsten Jahren erfolgreich bekämpft werden kann.
In dieser Lösung ist es für Besitzer von Hunden in Ungarn seit 2013 verpflichtend einen Mikrochip in das Tier einzupflanzen. Mit diesem Chip werden Hunde sofort erkannt, wodurch sofort ersichtlich ist, ob der Hund zum Beispiel alle Impfungen erhalten hat oder nicht. Auch hier haben Tierschutzorganisationen darauf verwiesen, dass die Kosten für die Prozedur zu hoch sind. Durchschnittlich kostet eine Chipimplantation umgerechnet 12€. Wenn ein Besitzer keine 12€ für einen Chip bezahlen kann, dann kann er auch kein Hundefutter oder Impfungen kaufen und sollte daher gar keinen Hund besitzen. Die Statistiken der nächsten Jahre werden zeigen wie erfolgreich diese Methode sein wird.
Zusammenfassung:
Ungarische Hunde sind also ein besonderes ungarisches Symbol, welches vielen Menschen auch bekannt ist. Obwohl dieses Thema oftmals von den Straßenhunden überschattet wird, sind die Hunde in Ungarn gerngesehene Weggefährten für tausende Menschen. Daher ist es empfehlenswert sich auf die schönen Aspekte des Themas zu konzentrieren und zum Beispiel die vielen Hunde auf Bauernhöfen zu entdecken. Auch Hundebesitzer können ihren vierbeinigen Freund in den Urlaub in Ungarn mitnehmen, denn das Land ist äußerst hundefreundlich, was nicht nur auf der langen Hundetradition in Ungarn beruht. Entdecken Sie ein Stück Ungarn und lernen sie die ungarischen Hunde kennen.
Weitere relevante Informationen
Original Ungarischer Name: Magyar Kutják / Magyar Kutyafajták
Verbreitung der Rassen: In ganz Ungarn / In diversen anderen Ländern
Straßenhundeproblematik: In letzter Zeit Rückläufig / Für Gäste besteht keine Gefahr / Eigene Hunde können problemlos mitgebracht werden
Ausführliche Beschreibung der Hunderassen eines Hundeportals (Deutsch):
http://www.canifair.de/html/ungarn_hunde.html
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Bildquellen und Bildrechte:
(1) flickr.com/photos/30046628@N00/264259807/
(2) Sannse, 2003, Creative Commons 3.0
(3) Steffen Heinz, 2005, Creative Commons 3.0
(4) Nikki68, 2007, Creative Commons 3.0
Rechte:
© by www.Urlaub-Ungarn.at (Stand 2015, H)
