Die Tataer Burg in Tata

Die Burg Tata (Tatai Vár)

Die Burg Tata war einst eine ansehnliche Festung, heute dient sie mit dem Museum als Ort der Wissensvermittlung (1)
Der heute erhaltene Teil der Burg ist nur ein Bruchteil der damaligen Gesamtfestungsgröße (2)
Ursprünglich bestand die Burg Tata aus einem quadratischen Anlage, die später mit einer vieleckigen Mauer erweitert wurde (3)
Der neogotische Stil ist schon von weitem erkennbar, insbesondere die schönen Außenfassaden weisen auf diese Architekturart hin (4)

Einleitung:

Die nordwestliche Stadt Tata besitzt neben interessanten Sehenswürdigkeiten auch einen eigenen See, nämlich den sogenannten Alten See. Am Fuße dieses Gewässers finden Besucher der Stadt eine der wenigen Wasserburgen des Landes, welche die Burg Tata ist. Die ehemalige Festungsanlage weist nicht nur eine lange und interessante Geschichte auf, sondern dient heute als Museum mit ständigen und speziellen Ausstellungen. Teile der einst großen Wasseranlage wurde renoviert, andere wiederum nur bis zu den Grundmauern erneuert, damit Gäste sich vorstellen können, wie die Burg damals ausgesehen hat. Von der Burg Tata aus kann man auch einen herrlichen Ausblick auf den See genießen.

Geschichte:

Der Bau der Burg Tata wurde vom damaligen König Zsigmond angeordnet und dauerte von 1397 bis 1409. Schon damals war die wassernahe Lage optimal für eine Verteidigungsanlage. Die damals quadratische Grundburg wurde schon 1470 von König Mátyás erweitert und erhielt einen zweiten Stock und eine Außenmauer. Während der türkischen Invasion spielte die Burg eine wichtige Rolle in der westlichen Verteidigungslinie. Sie wurde 1558 von den Osmanen erobert, jedoch schon 8 Jahre später wieder befreit. Daraufhin veranlasste Orbán Suess einen komplexen Ausbau der Festung, welcher von sehr guten italienischen Architekten durchgeführt wurde. Diese Erneuerungen wurden 1683 zerstört, als die Osmanen die gesamte Anlage sprengten.

Ab diesem Jahr war die Existenz der Burg Tata ständig mit Unglück verbunden. Teile der Anlage wurden immer wieder erneuert, jedoch gab es im 19. Jahrhundert einen großen Burgbrand und in den Jahren davor und danach versuchten Räuber immer wieder ihr Glück und stahlen etliche Objekte aus der Burg. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das verbliebene Gebäude Hauptsitz eines lokalen Sportflugzeugverbandes, später wurde ein Museum in der Burg eröffnet. Ab 1965 wurde die Burg Tata archäologisch untersucht, aber erst im Jahr 2000 konnte die Anlage professionell analysiert und restauriert werden. Während Teile der späteren Festung sehr gut erhalten sind, wurden die Festungsteile des 14. und 15. Jahrhunderts nur soweit restauriert, dass die Grundmauern zu sehen sind.

Heutiger Zustand und Burgteile:

Auch wenn die Burg Tata heute als restauriert gilt, so stimmt dies nur für die südliche Seite der ursprünglich quadratischen Festung. Die originale Burg zeigt aus der Vogelperspektive, dass die restaurierten Anteile gerade einmal ein Zehntel der ursprünglichen Wehranlage ausmachen. Der südliche Anteil hingegen ist ausgezeichnet restauriert. Der Burgfried besitzt heute renovierte Dächer, die Räume wurden authentisch wieder hergestellt und auf insgesamt zwei Stockwerken können Besucher das Innere, aber auch das Äußere der Burg erkunden. Bis heute werden die Elemente untersucht und bei genügend finanziellen Mitteln kann die Festung sogar in der Zukunft wieder in vollem Glanz erblühen.

Auch wenn die ursprünglichen Burgteile der Burg Tata nur noch teilweise zu sehen sind, so erklären einige Zeichnungen und Modelle die Form der originalen Festung. Inmitten der Anlage war die quadratische Ursprungsburg zu finden, welche als Außenwand eine eigene Mauer besaß. Später wurde noch eine weitere Außenmauer hinzugefügt, die ein unregelmäßiges Vieleck darstellt. Um dieses Vieleck wurde ein Graben ausgehoben, der dann mit dem Wasser des Alten Sees versorgt wurde. Über Zugbrücken konnten Menschen in die Burg gelangen und sie wieder verlassen. Der Stil der heutigen verblieben Elemente ist eindeutig neogotisch.

Museum:

Es ist für viele ungarische Burgen zwar üblich einige kleine Ausstellungen zu besitzen, in der Burg Tata ist aber ein ganzes Museum untergebracht. Es handelt sich hierbei um das Kuny Domokos Museum, in welchem seit 1955 gearbeitet und auch ausgestellt wird. Da es sich um ein Komitatsmuseum handelt, arbeiten die Angestellten nicht nur an den Ausstellungen, sondern auch an Forschungsarbeiten, die sich unter anderem mit der Burg beschäftigen. Die verschiedenen restaurierten Räume der Festung bieten genügend Platz für mehrere Ausstellungen, die jährlich von tausenden Besuchern betrachtet werden. Noch dazu kann die Burg selbst als eigene Ausstellung bezeichnet werden.

Ausstellungen:

Insgesamt 6 ständige Ausstellungen werden in der Burg Tata präsentiert, wobei diese sich nicht nur mit der Burg selbst beschäftigen. Die römische Steinsammlung zeigt regionale Exponate aus der Zeit des römischen Reiches. Im Burghof sind einige Steinkunstwerke zu finden, sehr schön ist aber auch das römische Zimmer innerhalb der Burg. Im Erdgeschoss der Burg ist auch die mittelalterliche Steinsammlung und die Mittelalterausstellung zu finden. Hier sind neben Steinwerken aus dem 13. und 14. Jahrhundert auch allgemeine Exponate des ungarischen Mittelalters zu finden.

Eine ebenfalls sehenswerte Ausstellung innerhalb der Burg Tata ist die geschichtliche Ausstellung über die Entwicklung von Tata im 18. und 19. Jahrhundert. Hier wird erläutert, wie sich die Menschen, aber auch die kulturellen Elemente in dieser Zeitperiode verändert haben. In der Zunftausstellung werden die verschiedenen Zünfte der Stadt präsentiert, die mit ihren Handwerkern viele Elemente für Gebäude und Menschen hergestellt haben. Die Fassbinderei war einer dieser Handwerke und aufgrund der langen Tradition erhielt dieses Handwerk eine eigene Ausstellung im Museum. Die letzte Ausstellung befasst sich mit dem Leben als Großherr im 18. Jahrhundert. Neben authentischen Exponaten wird auch erklärt, wie reiche und mächtige Menschen damals gelebt haben und welche Unterschiede es zur übrigen Bevölkerung gegeben hat.

Programme:

Um Besuchern und Einheimischen ein abwechslungsreiches Programm zu bieten, finden innerhalb der Burg Tata diverse Veranstaltungen statt. Einerseits werden städtische Ereignisse wie Kundgebungen oder Diskussionen hier abgehalten, andererseits begrüßt die Museumsdirektion auch immer wieder Gäste zu Eröffnungen von neuen Ausstellungen oder zu Präsentationen von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Das Burgareal wird auch für Prozessionen verwendet, die unter anderem auch an ungarischen Feiertagen stattfinden. Auch die Kultur wird in den Räumlichkeiten neu belebt. Verschiedene lokale Theatergruppen und Chöre laden das ganze Jahr über zu Aufführungen oder musikalischen Programmen ein. Daher ist die Burg Tata seit Jahren ein integrierter Bestandteil der städtischen Kultur.

Zusammenfassung:

Somit kann gesagt werden, dass die Burg Tata eine Quelle der Informationen und der Vergangenheit ist. Auch wenn sie heute nicht mehr ganz erhalten ist, so beeindruckt sie mit den restaurierten Burganteilen und dem Museum in den Räumlichkeiten viele Besucher. Mit der Lage am Alten See ist sie schon lange eine besondere Sehenswürdigkeit der Stadt Tata und das Rahmenprogramm rundet dieses Erlebnis noch weiter ab. Daher ist es sehr empfehlenswert die Burg Tata während einem Stadtbesuch zu erkunden. Eines Tages wird vielleicht die gesamte Burg rekonstruiert werden, bis dahin kann man vom oberen Stockwerk aus einen herrlichen Ausblick auf den See genießen und sich vorstellen wie groß diese Anlage eigentlich einst war und wie es wohl gewesen ist, in solch einer Festung zu leben.

Weitere relevante Informationen

Original Ungarischer Name: Tatai Vár

www.kunymuzeum.hu/de

Öffnungszeiten: Die Burg ist das ganze Jahr über von Dienstag bis Sonntag von 09:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet. Am Montag ist Ruhetag

Eintritt: Erwachsene 800Ft / Kinder und Senioren 400Ft

Zugang: Die zentrale Lage ermöglicht einen sehr einfachen Zugang zur Burg

Informationen: Beschilderungen sind auf Ungarisch vorhanden, auf Anfrage kann eine Führung in einer anderen Sprache organisiert werden

Karte der Burg Tata

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Bildquellen und Bildrechte:

(1) József Süveg, 2005, Creative Commons 3.0

(2) Antal Dániel, 2011, Creative Commons 3.0

(3) Buzasger, 2005, Creative Commons 3.0

(4) József Süveg, 2005, Creative Commons 3.0

Rechte:

© by www.Urlaub-Ungarn.at (Stand 2015, H)


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