Der beliebte Feuerturm im Burgviertel von Veszprém

Der Feuerturm, das Wahrzeichen von Veszprém

Als Wahrzeichen der Stadt Veszprém ist der Feuerturm ein unbezahlbarer Schatz des Burgviertels (1)
Die Aussicht auf die Stadtteile wird ermöglicht, da der Feuerturm einer der höchsten Gebäude der Stadt ist (2)
Der im Zopfstil gehaltene Turm diente im Mittelalter als Wehrturm, später nutzte man ihn als Feuerturm (3)
Der kleine Burggarten ist ein einladender Ort, um die Sonne zu genießen oder etwas zu Essen (4)

Einleitung:

Besucher der ungarischen Stadt Veszprém erkunden sehr häufig als erstes das Burgviertel. Die ehemalige Verteidigungsanlage beschützte damals die mittelalterlichen Bürger, während sie heute einen historischen Einblick in die Altstadt gewährt. Da der beliebteste Eingang des Viertels in nordwestlicher Richtung zu finden ist, kann schon auf dem Weg zum Eingangstor das Wahrzeichen der Stadt der Königinnen entdeckt werden. Der Feuerturm von Veszprém bildet einen der südlichsten Komponenten des Burgviertels und ist mit der strahlend weißen Farbe und der besonderen Architektur schon von weitem aus sichtbar. Gleich hinter der Vass László Sammlung können Gäste auf den ehemaligen Feuerturm hinaufsteigen, und einen unvergesslichen Ausblick auf die Innenstadt von Veszprém genießen.

Geschichte:

Die Entstehungsgeschichte des Feuerturms von Veszprém geht auf das 13. Jahrhundert zurück, als Ungarn ständigen Tatarenangriffen ausgesetzt war. Wahrscheinlich wurde der damalige Verteidigungsturm unter König Béla IV. errichtet und fortan mit Soldaten besetzt. Der Vorteil des Wachturms lag nicht nur in der Früherkennung von feindlichen Angriffen, sondern auch in der Überwachung der Stadt bezüglich gefährlicher Brände. Die Jahrhunderte vergingen und der Turm erfüllte in all diesen Jahren seinen ursprünglichen Zweck. Auch während der osmanischen Besatzung Ungarns wurde das Gebäude nicht gesprengt, da es strategisch gesehen einen unschätzbaren Wert besaß.

Im Jahr 1703 stand der Feuerturm von Veszprém kurz vor seiner Zerstörung. Der Habsburger Kaiser Leopold I. befahl alle Wehranlagen Ungarns zu vernichten, um die österreichische Besatzung zu erleichtern. Mittels einer guten Argumentation konnte der Turm vor den Sprengungen gerettet werden. Veszprém war damals als windige Stadt bekannt, in der Brände binnen Minuten ganze Stadtteile anstecken konnten. Daher wurde der ursprüngliche Wehrturm fortan als Feuerturm verwendet, was den Abriss verhinderte. Tatsächlich ermöglichte der Turm einen Ausblick auf die gesamte damalige Stadt, weshalb auch rund um die Uhr Feuerwachen eingesetzt wurden. Zusätzlich stand gleich neben dem Turm das Spritzerhaus, in dem Geräte zur Brandbekämpfung gelagert wurden.

Im Jahr 1810 wurde die Stadt von einem starken Erdbeben erschüttert, was am Feuerturm von Veszprém schwere Schäden hinterließ. Daraufhin wurde der Baumeister Henrik Tumler beauftragt den Turm zeitgemäß zu erneuern. Aus dem mittelalterlichen Turm wurde ein Kunstwerk im Zopfstil, das der damaligen Standardarchitektur entsprach. Seit dieser Zeit wurde der Turm zu einem endgültigen Wahrzeichen und mit dem beginnenden 20. Jahrhundert sahen sich auch immer mehr Touristen das Bauwerk an. Während der kommunistischen Besatzung wurden die Einwohner der Stadt verhöhnt, indem auf die Spitze des Turms ein Sowjetstern angebracht wurde, welcher wiederum gleich während der Wende durch ein ungarisches Wappen ersetzt wurde.

Im Jahr 1984 wurde eine Großrestauration des Feuerturms in Veszprém vereinbart, bei der sich für Archäologen eine einmalige Möglichkeit ergab. Während den Arbeiten konnte nämlich erforscht werden, wie tief das Fundament des Turms tatsächlich reicht. Wegen seiner Lage war es nicht möglich das Fundament von der Seite zu begutachten, stattdessen wurde in den begehbaren Teil des Gebäudes ein Loch gebohrt, um das Fundament von Innen zu erkunden. Nach 7 Metern stoppte ein Statiker die Arbeiten, da er befürchtete, der Turm könnte bei weiteren Grabungen umstürzen. So ist es bis heute ein ungelöstes Rätsel wie weit das Fundament tatsächlich in den Boden hinunterreicht.

Heutiger Turm:

Seit der Neuerrichtung im frühen 19. Jahrhundert hat sich an der Außenfassade des Feuerturms von Veszprém nicht viel geändert. Das Fundament des Gebäudes ist in der heute erhaltenen Burgmauer zu finden, wodurch ersichtlich wird, dass der Stil des Turms eindeutig modernisiert wurde. Der runde Turm ragt insgesamt 48 Meter in die Höhe und wird im oberen Anteil von einem typischen Zopfturm bedeckt. Gleich unter dem dekorativen Element befindet sich die Aussichtsplattform, die einen Ausblick auf alle Stadtteile ermöglicht. Sowohl an der Außenfassade, als auch am Zopfturm sind einige Dekorationen zu finden, die den Feuerturm wie aus einem Märchen erscheinen lassen.

Der Aufstieg zum Feuerturm von Veszprém ist ausschließlich über die Burgmauer möglich und bei diesem Spaziergang kann vermutet werden, wie schön die Aussicht für die Feuerwachen täglich war. Im Turm angekommen führt eine Schneckentreppe zur Aussichtsplattform hinauf, die nostalgisch gehalten ist aber natürlich allen Sicherheitsstandards entspricht. Über der Plattform sind insgesamt vier Uhren angebracht, die vorbeigehenden Menschen die aktuelle Uhrzeit mitteilen. Der Baumeister Henrik Tumler entwarf aber auch ein musikalisches Element für das städtische Wahrzeichen. Alle 15 Minuten erklingt ein sanfter Ton und zu jeder vollen Stunde wird eine Melodie von Antal Csermák gespielt, der ein hiesiger Musiker war.

Aussicht:

An der Aussichtsplattform des Feuerturms von Veszprém angekommen können Gäste einen außergewöhnlichen Ausblick genießen. In südliche Richtung kann die Grenze zwischen der Altstadt und der modernen Stadt entdeckt werden. Hier ragen Bürogebäude in die Höhe und etwas näher befindet sich auch der Hauptplatz der Altstadt. In nördlicher Richtung hingegen können die Dächer der historischen Gebäude des Burgviertels betrachtet werden. Auch die Kirchtürme sind von hier aus sichtbar, die im richtigen Winkel so aussehen, als würden sie direkt nebeneinander stehen. In östlicher und westlicher Richtung erstrecken sich nicht nur Wohngegenden, sondern zahlreiche Grünanlagen, die das Gesamtbild der Stadt ungemein verschönern.

Turmgarten:

Der Aufgang zum Feuerturm von Veszprém ist nicht direkt über eine Straße möglich. Vielmehr ist er ein wenig versteckt, dieses Versteck besitzt aber ein wunderschönes Ambiente. Hinter der László Vass Kunstsammlung befindet sich ein kleiner Burggarten, der mit Bäumen und Kunstwerken dekoriert ist. In diesem schattigen Areal machen Reisegruppen sehr gerne kleinere Pausen, um eine kleine Stärkung zu sich zu nehmen. Die Innenseiten der Burgmauern sind mit Efeu bedeckt und der Turm ragt gleich daneben in die Höhe. Während der Aufstieg zum Turm schnell gefunden ist, ist es ebenfalls empfehlenswert sich den Garten ein wenig anzusehen und dabei die Stille und Idylle zu genießen.

Zusammenfassung:

Es kann sicherlich gesagt werden, dass der Feuerturm von Veszprém einer der schönsten Gebäude der Stadt ist. Die Lage am südlichen Burgviertel und die beachtliche Höhe machen die Struktur zu einem besonderen Wahrzeichen. Viele Besucher sehen den Turm bereits vom Hauptplatz aus, wodurch sofort die Neugierde geweckt wird. Der ehemalige Burgturm bietet einerseits einen herrlichen Ausblick auf die gesamte Stadt, andererseits lädt der Burggarten zu einer kleinen Pause ein. Obwohl er schon seit über 800 Jahren an seiner Stelle steht, konnte bis heute nicht herausgefunden werden, wie tief das Fundament tatsächlich ist, wodurch er auch für Freunde der Archäologie ein lohnenswertes Ziel ist. Falls es sich zeitlich ausgeht sollte man sich zur vollen Stunde ein wenig Zeit nehmen, und sich die liebliche Melodie anhören, die aus dem Inneren des Feuerturms von Veszprém entspringt und die Menschen begeistert.

Weitere relevante Informationen

Original Ungarischer Name: Veszprémi Tüztorony

Öffnungszeiten: Der Feuerturm ist vom 15. März bis zum 30. Oktober jeden Tag von 09:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet. Außerhalb dieser Zeitspanne kann der Turm nur mit einer vorher besprochenen Führung besichtigt werden

Eintritt: Erwachsene 400Ft / Studenten und Senioren 300Ft

Zugang: Der Feuerturm befindet sich direkt beim historischen Eingang des Burgviertels, wodurch er sehr zentral liegt und schnell erreicht werden kann

Informationen: Beschilderungen stehen in Ungarisch zur Verfügung, Broschüren und Führungen stehen in weiteren Sprachen zur Verfügung

Karte des Feuerturms von Veszprém

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