Zusammenfassung der ungarischen Geschichte

Die Geschichte Ungarns im Überblick

Ungarn kann auf über 1.000 Jahren eigener Geschichte verweisen. Im Lauf dieser Geschichte gab es schwierige Zeiten, jedoch auch durchaus glorreiche. Entscheidend ist aber die Tatsache, dass sich Ungarn letztendlich doch erfolgreich als europäischer Staat etabliert hat.

Die Staatsgründung geht auf das Jahr 1000 zurück. Sämtliche Ereignisse davor dürfen dafür natürlich nicht außer Acht gelassen werden, insbesondere die Tatsache, dass es sich um eine Art Völkergemeinschaft magyarischer Stämme handelt, die schließlich alle unter König Stephan I. (István I.) vereinigt wurden. Unter seiner Herrschaft wurde auch das Christentum zur Staatsreligion. Von da an begann Ungarn sowohl wirtschaftlich als auch militärisch aufzublühen.

Einen großen Wendepunkt in der Geschichte Ungarns stellte die türkische Invasion Europas im 16. Jahrhundert dar. Die Osmanen erreichten auch Ungarn und hinterließen ihre Spuren, die bis heute in Form von Sagen und Heldengeschichten, sowie Moscheen und türkischen Bädern, die vorzufinden sind.

173 Jahre später kam es zu einem Besatzungswechsel. Die Österreicher, unter der Führung von Prinz Eugen, vermochten die türkische Invasion abzuwehren und die Osmanen zurückzudrängen. So wurde Ungarn Teil des Habsburgischen Reiches.

Im Jahre 1848 hatte die ungarische Bevölkerung entgültig genug vom östrreichischen Diktat und es begann eine Freiheitsbewegung für ein unabhängiges Ungarn. Der Aufstand wurde jedoch blutigst niedergeschlagen. Dennoch ist der Umsturzversuch nicht umsonst gewesen, denn zusätzlich zu dem Druck dem Österreich als Vielvölkerstaat ausgesetzt war, führten auch militärische Niederlagen zu dem sogenannten Ausgleich. Die österreich-ungarische Doppelmonarchie war geboren.

In den folgenden Jahren profitierten wohl beide Staaten von dieser “Vereinigung”. Sowohl auf wirtschaftlicher und militärischer als auch auf kultureller Basis fand ein reger Austausch statt. Doch mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges 1914 änderte sich einiges. Die Ungarn mussten mit in den Krieg ziehen und als die Niederlage 1918 besiegelt war, lag die Doppelmonarchie in Schutt und Asche. Durch das Ende der Monarchie wurde Österreich zu einer Republik und auch die Ungarn erlangten ihre Unabhängigkeit. Als Verlierer des Krieges mussten jedoch auch sie herbe Konsequenzen auf sich nehmen: im Vertrag von Trianon wurde das Staatsgebiet gewaltig beschnitten, an die 60% des Territoriums gingen verloren.

Die wirtschaftlichen Probleme, ausgehend vom Jahr 1929, verschonten auch die Ungarn nicht. Die Wirtschaft brach zusammen und Massenarbeitslosigkeit stürzte das Land ins Elend. Wie in vielen anderen europäischen Ländern bat diese Krise den Nährboden für nationalistisches und faschistisches Gedankengut. Schließlich schloss man sich 1941 den Achsenmächten an. Es dauerte jedoch nicht lange, bis man merkte, welch fatalen Fehler man begangen hatte, denn die ungarische Armee war schlicht und ergreifend nicht auf einen Krieg ausgerichtet, es fehlte allein schon an der nötigen Ausrüstung. Der damalige politische Führer Miklós Horthy wendete sich daher an die Alliierten, die jedoch kein Interesse an Friedensverhandlungen zeigten. Daraufhin ließ Hitler das Land besetzen. Doch mit der verheerenden Niederlage im Krieg gab es auch einen erneuten Besatzungswechsel, denn der Kreml hatte seine Hände bereits um Ungarn gelegt, und die vorrückende sowjetische Armee überrollte Ungarn. Selbst in dieser aussichtlosen Situation litt das Land jedoch noch weiter, denn die Deutschen richteten vor allem in Budapest schreckliche Zerstörungen an, um den Vormarsch der Sowjets aufzuhalten.

Der Krieg war zu Ende und 1946 wurde die Volksrepublik Ungarn ausgerufen, man war jedoch ein Teil der GUS. Die kommunistische Besatzungszeit ist wohl selbst heute den allerwenigsten in guter Erinnerung geblieben, und so ist es kein Wunder, dass man 1956 versuchte, aus dieser Herrschaft auszubrechen. Es sollte jedoch erst mit dem Fall des Eisernen Vorhanges möglich werden, wieder in Kontakt mit dem Westen zu treten, neue Reformen durchzuführen und sich langsam zu regenerieren.

Der nächste Meilenstein für Ungarn war der EU-Beitritt im Jahr 2004. Der Sozialismus wurde in Ungarn dennoch nicht abgeschafft. Bis 2008 regierte die sozialistische Partei in Ungarn und diese beutete das Land weiter aus. Anstatt in die Bevölkerung zu investieren, wanderte das Geld direkt in die Taschen der Parteivorsitzenden. In den Parlamentswahlen nach 2008 wurde die konservative Partei FIDESZ gewählt, die bis heute eine absolute Mehrheit besitzt.

Das mit Abstand größte Wahlversprechen der Partei war es den Kommunismus in Ungarn ein für alle Mal zu verbannen und zu vertreiben. Nicht umsonst erhielt die Partei über 65% der Wählerstimmen. Nun bereitet sich die Regierung auf die Wirkungen der Wirtschaftskrise vor und hoffentlich ist es für Ungarn möglich noch schneller technologisch in den Rang eines westlichen EU Landes aufzusteigen.

Was vor 1.000 Jahren klein begann hat nun große Ambitionen.