Übersicht über die Nationalparks und Naturschutzgebiete in Ungarn

Ungarische Nationalparks und Naturschutzgebiete

Seit Jahren legt man in Ungarn ganz besonders viel Wert auf den Erhalt von Einzigartigkeiten in Ungarn. Dazu gehören nicht nur ungarische Weltkulturerben, sondern auch der Lebensraum für die heimische Fauna und Flora. Daher hat man im Land 10 ungarische Nationalparks und über 28 Naturschutzgebiete festgelegt, damit die Regionen auch für die Nachwelt erhalten bleiben.

Es werden hier nun die 10 ungarischen Nationalparks vorgestellt. Die Naturschutzgebiete sind im ganzen Land verteilt, und haben manchmal nur winzige Gebiete, manchmal aber auch große Landstriche. Es kommt immer darauf an, wie groß der natürliche Lebensraum der Tiere oder Pflanzen ist.

Nationalpark Donau-Ipoly:

Dieser ungarische Nationalpark existiert seit 1997. Nördlich von Budapest macht die Donau eine Wende von fast 90°, die Region nennt man das Donauknie. Aufgrund des Gebirges und dem Flussverlauf der Donau ergibt sich in dem Nationalpark eine wunderschöne Landschaft. In den großen Wäldern finden mehrere 1000 Tierarten und 2000 Pflanzenarten eine natürliche Heimat. Ein besonderes Panorama erhält man, wenn man sich auf dem Hohen- Börszönys Gipfel befindet.

Nationalpark Fertö-Hanság:

Der Nationalpark um den Neusiedlersee arbeitet seit 1994 mit dem österreichischen Nationalpark Neusiedlersee-Seewinkel zusammen, um den Erhalt der Tier- und Pflanzenwelt rund um den See zu sichern. Besonders wichtig ist der Schutz der Sumpf- und Moorgebiete, die einen unersetzlichen Lebensraum bieten. Der ungarische Nationalpark wird in drei Zonen geteilt. Die Kernzone ist im allgemeinen nicht betretbar, die mittlere Zone darf betreten werden, Aktivitäten sind aber nur begrenzt erlaubt. Für Touristen ist die äußere Zone attraktiv, da diese ohne weiteres betreten werden darf.

Nationalpark Balaton-Oberland:

Der dritte ungarische Nationalpark befindet sich nördlich des Balaton und verläuft auch am nördlichen Ufer des Sees. Da der Park in den letzten Jahren aufgrund von dem Tourismusboom stark strapaziert wurde, ist man nun bemüht, die Natur wieder regenerieren zu lassen. Besonders charakteristisch sind die speziellen geologischen Strukturen wie Geysirkegel und Steinmeere. Es ist empfehlenswert einen kombinierten Urlaub am Plattensee mit den Nationalpark Balaton-Oberland zu machen.

Nationalpark Donau-Drau:

Die schmalen, aber schier endlosen Gänge des Donau-Drau Nationalparks erstrecken sich im südwestlichen Teils Ungarns. Die Hauptaufgabe ist es natürliche Ressourcen, Wälder, Nebenarme der Flüsse und das unmittelbare Gebiet um den Verlauf der ungarischen Flüsse zu erhalten. Die Gebiete sind besonders für Reiher und andere fischfressende Vögel eine wichtige Heimat. Außer den Wäldern gibt es zum großteil Strauchflächen, es wachsen aber auch viele Kräuter in diesem ungarischen Nationalpark.

Nationalpark Kiskunság:

Der ungarische Nationalpark ist im nördlichsten Teil der Puszta zu finden und wird von Kecskemét aus geleitet. Der zentral gelegene Nationalpark besitzt große alkalische Landflächen. Das bedeutet, dass der Boden eine hohe Salzkonzentration hat, daher ist das Gebiet auch Ungarns zweitgrößtes Salzgebiet. Die Salzsteppen ermöglichen nur jenen Pflanzen eine Existenz, die das Salz vertragen können. Bis auf einige Wassertümpel wird die Region großteils von Salzsteppen dominiert. Diese bestehen nicht aus einer großen Fläche, sondern vielmehr aus einzelnen Gebieten, die nicht weit voneinander entfernt sind.

Nationalpark Körös-Maros:

Körös-Maros beginnt an der rumänischen Grenze und ist in kleine Einzelgebiete weiter westlich verteilt. Besonders die Fischwelt profitiert zum Beispiel vom Fehér See im ungarischen Nationalpark. Viele Tierarten, die in Ungarn einzigartig sind, haben hier ihre Heimat. Dazu gehören die Großtrappe und die Westblindmaus. Die Flora bietet Pflanzenarten wie die Gewitterblume und das Siebenbürgische Feuerauge. Am besten erreichbar ist Körös-Maros von Szeged oder Szolnok aus.

Nationalpark Hortobágy:

Hortobágy liegt mitten in der ungarischen Tiefebene und repräsentiert größtenteils die berühmte ungarische Puszta. Die weiten Steppen inspirieren Künstler und faszinieren Besucher. Einzigartige Tierarten wie das Graurind oder der Silberreiher sind hier zu finden. Der Ort Hortobágy zeigt im Hirtenmuseum das jahrhundertlange Zusammenleben zwischen Mensch und Tier.

Nationalpark Aggtelek:

Im Norden Ungarns, in einer Höhe von rund 500 Metern, befindet sich der ungarische Nationalpark Aggtelek. Die weltberühmten Höhlen von Aggtelek sind nicht nur eine besondere Sehenswürdigkeit, sondern auch ein Weltkulturerbe. Die Landschaft ist von saftigen Wäldern und Bergregionen geprägt. Aufgrund des weiten Karstsystems haben sich über die Jahre viele kleine Seen gebildet, die meisten sind unterirdisch. Berühmte Bewohner des Aggtelek Nationalparks sind der Feuersalamander und der schwarze Milan.

Nationalpark Bükk:

Der nördliche Nationalpark ist zwischen Eger und Miskolc zu finden. Der Park wird ebenfalls hauptsächlich von dem Bükk-Gebirge geprägt. Die großen Wälder bieten einen idealen Lebensraum für die heimische Tierwelt. Im Szalajka-Tal kann man natürliche Flussverläufe beobachten, wie sie durch Wälder fließen, was ein einmaliges Ambiente erzeugt. Wildschweine und Wespenbussarde sind natürliche Bewohner des ungarischen Nationalparks.

Nationalpark Örség:

Der jüngste der ungarischen Nationalparks wurde 2002 offiziell eröffnet und schon kurz nach dieser Eröffnung wurde der Park international bekannt. Der Nationalpark Örség wurde nämlich wegen der einzigartigen Naturverbundenheit der dortigen Menschen und wegen der natürlichen Vielfalt zu einer der 10 schönsten ländlichen Sehenswürdigkeiten Europas gekürt. Aufgrund dieses Erfolges sind die Hüter des Nationalparks bemüht, diese Qualität aufrecht zu erhalten und sogar noch zu steigern.