Die Kathedrale von Eger, die zweitgrößte Kirche Ungarns

Die außergewöhnliche Kathedrale in Eger

Die kirchliche Gemeinde der Kathedrale besitzt eine beachtliche Anzahl an Gemeindemitgliedern
Als zweitgrößte Kirche Ungarns ist die Kathedrale von Eger zusätzlich das einzige Gebäude des Klassizismus in der Stadt (1)
Während Orgelkonzerten wird die besondere Akustik genutzt
Der überwältigende Innenbereich lenkt den Blick sofort auf Elemente wie die Kuppel, die Orgel oder den Altar (2)
Marmorsäulen, goldene Kunstwerke und helle Farben erzeugen ein einladendes Ambiente
Über 120 Jahre hat es gedauert die Inneneinrichtung der Kathedrale offiziell fertigzustellen, während der Gebäudebau nur 6 Jahre dauerte (3)
Bei einem Rundgang um die Kirche kann der architektonische Stil begutachtet werden
Die unbezahlbaren Statuen von Marco Casagrande dekorieren sowohl den Haupteingang, als auch die Frontfassade der Kirche (4)

Einleitung:

Innerhalb der nordungarischen Stadt Eger stehen zahlreiche Sehenswürdigkeiten, die verschiedenste Aspekte der Menschheit darstellen. Die Burg Eger erinnert an militärische Konflikte, während das Minarett von Eger an die Zeit der osmanischen Besatzung erinnert. Auch im Bereich der Religion zeichnet sich Eger durch eine Kirchenvielfalt aus, doch das mit Abstand beeindruckendste Bauwerk im Zentrum der Stadt ist sicherlich die Kathedrale von Eger. Die monumentale Basilika ist einerseits der Sitz des hiesigen römisch-katholischen Bistums, andererseits ist sie eine Kirche der ungarischen Rekorde. Die markante Kuppel und der hohe Turm sind von mehren Stadtteilen aus zu sehen, weshalb die Kathedrale von Eger einer der beliebtesten städtischen Sehenswürdigkeiten ist.

Geschichte:

Interessanterweise wurde die Kathedrale von Eger erst im 19. Jahrhundert erbaut, ihre kirchliche Vorgeschichte reicht aber zur ersten Jahrtausendwende nach Christus zurück. König István I. gründete im Jahr 1004 das kirchliche Komitat Eger und schon bald wurde an der Stelle der heutigen Basilika eine würdige Kirche errichtet. In den folgenden Jahrhunderten attackierte man Eger mehrmals und in diesen Zeiten wurde auch die Kirche immer wieder zerstört und anschließend neu errichtet. Mal besaß sie einen romanischen Stil, später einen gotischen, aber die Ehre eines kirchlichen Zentrums ließ die Bevölkerung hoffen, dass ihr Gotteshaus eines Tages bestehen würde.

Während der Zeit der osmanischen Besatzung wurde die Vorgängerkirche der heutigen Basilika von Eger zwar nicht zerstört, jedoch nutzten die Besatzer sie für unterschiedlichste Zwecke. Nach der Befreiung von Eger stellte sich bald heraus, dass die Kirche für die vielen Gläubigen zu klein wurde. Es gab mehrere umbauten, jedoch ließ man das Bauwerk in den 1820er Jahren abreißen. Im Jahr 1827 wurde Bischof János Pyrker als Oberhaupt der Kirchengemeinschaft in Eger ernannt und ab diesem Zeitpunkt entstand die Idee einer großen Kathedrale für Eger. Pyrker befürwortete die Errichtung einer Basilika, da Eger erstens einer der ältesten Kirchengemeinschaften Ungarns war und zweitens ein Gotteshaus mit genügend Platz für die vielen Gläubigen gebaut werden musste.

Die Ideen von Pyrker wurden nach einigen Jahren akzeptiert und im Jahr 1831 begann der Bau der Basilika von Eger nach den Plänen von József Hild. In einer Rekordzeit von nur 6 Jahren eröffnete die Kirche ihre Pforten, als sie 1837 geweiht wurde. So schnell wie die Errichtung stattfand, so langwierig gestaltete sich die Einrichtung der inneren Räumlichkeiten. Geschichtsforscher sagen, dass der Abschluss der Inneneinrichtung erst 1950 erfolgte, die Gemeinde selbst sagt, dass die Umstrukturierungen bis zum heutigen Tag nicht abgeschlossen sind. Dennoch ist die Kirche schon seit etlichen Jahrzehnten aktiv und dient sowohl als Zentrum der römisch-katholischen Gemeinde als auch als besondere Sehenswürdigkeit.

Außenarchitektur:

Die außergewöhnlichen Ausmaße der Kathedrale von Eger machen das Bauwerk zu einem Gebäude der Rekorde. Mit einer Länge von 93 Metern und einer Breite von 53 Metern ist sie die zweitgrößte Kirche Ungarns, nur die Basilika von Esztergom ist noch größer. Die Gesamthöhe von 55 Metern macht die Kirche zum zweithöchsten Gebäude der Stadt, nur das Minarett ist um zwei Meter höher. Im südlichen Turm befinden sich vier Glocken, von denen die größte die drittgrößte des Landes darstellt und einen unvergesslichen Klang besitzt.

Der Haupteingang der Basilika von Eger blickt in Richtung Osten und ist durch breite Treppen erreichbar. Die klassizistische Außenfassade besitzt eine Säulenreihe und darüber erheben sich drei Statuen, die von dem italienischen Künstler Marco Casagrande geschaffen wurden. Die lateinische Inschrift bedeutet übersetzt "Kommt, bewundern wir den Herrn" und komplettiert die Frontfassade. Die anderen Seiten der Basilika werden hauptsächlich von Grünflächen begrenzt und weisen ebenfalls zahlreiche klassizistische Elemente so wie Statuen auf. Die monumentale Kuppel im Zentrum stellt ein architektonisches Meisterwerk dar, immerhin sorgten die Konstruktionspläne dafür, dass sie bis heute stabil alle Belastungen aushält. Die hellgelbe Farbe lässt das gesamte Bauwerk aus der Umgebung herausstechen.

Innenarchitektur:

Sobald der Haupteingang der Kathedrale von Eger betreten wird, fällt der Blick sofort auf den Hauptaltar. Jeweils an der linken und rechten Seite erheben sich zahlreiche Marmorsäulen, die das Hauptschiff abgrenzen. In der Mitte des Schiffes ist an der Decke die Kuppel zu sehen, die mit zahlreichen Fresken geschmückt ist, die teilweise erst 1950 fertiggestellt wurden. Der Altar besitzt ein Ölgemälde, welches den Heiligen Johannes repräsentiert. Die verschiedenen kirchlichen Elemente, wie die Kanzel, sind edel gehalten und überraschen mit einer äußerst hellen und einladenden Atmosphäre. Innerhalb des nördlichen Schiffes steht die Kapelle der Heiligen Jungfrau Maria, gegenüberliegend ist im anderen Nebenschiff ein Denkmal für den Heiligen Michael errichtet, der lange der Schutzpatron von Eger war.

Erwähnenswert ist ebenfalls die Orgel der Kathedrale von Eger, die bei einem österreichischen Orgelbauer im Jahr 1863 in Auftrag gegeben wurde und heute als einer der schönsten Orgeln des Landes bekannt ist. Dieser Ruf kam auch maßgeblich wegen der besonderen Akustik zustande, die ein Orgelspiel optimal weiterleitet und daher einen einzigartigen Klang erzeugt. Jährlich werden mehrere Orgelkonzerte veranstaltet, bei denen teilweise über 1000 Besucher den Klängen des jeweiligen Künstlers lauschen. Die Orgelempore, die sich direkt über dem Eingang befindet, wird von 4 Säulen aus Marmor getragen.

Nutzung als Gotteshaus:

Die Kathedrale von Eger dient als Gotteshaus der römisch-katholischen Gemeinde, wodurch es jeden Sonntag Gottesdienste gibt. An besonderen Feiertagen werden auch mehrere Gottesdienste am Tag abgehalten, da die Beliebtheit der Kirche durchaus bemerkenswert ist. Durchschnittlich besuchen 1500 Menschen einen Gottesdient, was bei 4500 Plätzen ein Drittel der Kapazität ausmacht. Zu Weihnachten oder zu Ostern kann der Platz manchmal sogar zu eng werden, was bei einem Gebäude dieses Ausmaßes fast unmöglich erscheint. Besucher aus aller Welt sind herzlich dazu eingeladen einem Gottesdienst beizuwohnen, die aktuellen Termine sind sowohl im Internet verfügbar, als auch am schwarzen Brett der Kirche selbst.

Zusammenfassung:

Ein Besuch der Kathedrale von Eger bedeutet den Besuch eines einzigartigen Gebäudes. Nicht nur die architektonischen Größen, sondern auch die Kirchengeschichte machen diese Basilika zu einem besonderen Monument. Neben den bereits erwähnten Rekorden ist die Kirche zusätzlich das einzige klassizistische Gebäude der Stadt. Seien es die Statuen von Casagrande oder der Baustil von Hild, das Gebäude bietet sowohl Freunden der Architektur als auch der Kunstgeschichte zahlreiche Facetten. Wer die Zeit besitzt sich eines der Orgelspiele anzuhören, der kann die Akustik und die Melodien der Orgel und des talentierten Orgelspielers genießen. Da die Basilika von Eger von keinem umliegenden Gebäude begrenzt wird, ist die zweitgrößte Kirche des Landes schnell gefunden. Sobald man unter der Kuppel oder vor dem Haupteingang steht, wird ersichtlich wie monumental jenes Kirchengebäude ist, dass erst im 19. Jahrhundert errichtet wurde und dessen Bau weitaus schneller voranging als die Fertigstellung der Inneneinrichtung.

Weitere relevante Informationen

Original Ungarischer Name: Egri Bazilika

Adresse: Pyrker János Tér 1 / 3300Eger

Geographische Koordinaten: Breitengrad 47.899388 / Längengrad 20.373265 oder 47°53'57.8"N / 20°22'23.8"E

Meereshöhe: 176 Meter

Telefonnummer: +36 4209 70

E-Mail: urbanp@cantica.hu

Webseite: http://www.eger-bazilika.plebania.hu/index.html

Öffnungszeiten: Die Kirche ist jeden Tag von 08:00 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet

Eintritt: Kein Eintrittspreis, eine kleine Spende ist jedoch erwünscht

Zugang: Die Basilika ist nur 5 Gehminuten vom innerstädtischen Hauptplatz entfernt und ist daher sehr gut erreichbar. In der Nähe stehen auch öffentliche Parkplätze zur Verfügung

Informationen: Beschilderungen stehen in Ungarisch zur Verfügung, Broschüren und Führungen stehen in weiteren Sprachen zur Verfügung

Karte der Kathedrale in Eger


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