Die beliebte Stadt Szombathely in Vas

Szombathely (Steinamanger)

Szombathely ist seit über 2000 Jahren ununterbrochen bewohnt
Szombathely gehört zu den ältesten Städten Ungarns, die ihre erste Blütezeit während der römischen Vorherrschaft in Europa erlebte (1)
Zu römischen Zeiten traf die römische Mythologie auf den ägyptischen Isiskult
Der in der Stadt praktizierte Isis Kult brachte die weltweit drittgrößte Kultstätte ihrer Art hervor, die heute besucht werden kann (2)
Für viele Pilger ist Szombathely ein wichtiges Reiseziel
Für den christlichen Glauben spielt die Sankt Martin Kirche eine wichtige Rolle, da sich hier das Geburtshaus des europäischen Heiligen befand (3)
Jedes Gebäude der Stadt kann über eine andere Zeitepoche berichten
Beeindruckende Sehenswürdigkeiten und vielfältige Freizeitprogramme machen Szombathely zu einem wunderschönen Ausflugsziel (4)

Einleitung:

Im Westen Ungarns ist es für interessierte Besucher an zahlreichen Orten möglich die Präsenz der antiken römischen Bevölkerung in dieser Gegend zu entdecken. Angefangen von Ruinengärten bis hin zu gut erhaltenen Gebäuden und Objekten wird vielerorts ersichtlich, dass hier vor 2000 Jahren die römische Kultur blühte. Einer der ältesten Zeitzeugen dieser Periode ist zweifelsohne die Stadt Szombathely, die nicht nur einer der ältesten Städte des Landes ist, sondern auch verschiedene spannende Kapitel in ihrer Stadtgeschichte aufweist. Der heutigen Industriestadt gelang es sowohl die wirtschaftlichen Interessen der Region zu wahren, als auch im Rahmen verschiedenster Sehenswürdigkeiten die einzelnen Zeitepochen von Szombathely aufrecht zu erhalten.

Geschichte:

Nach aktuellen Erkenntnissen ist bekannt, dass die Fläche des heutigen Szombathely bereits in der Steinzeit besiedelt war. Zur Zeit der römischen Vorherrschaft in Europa wurde die Stadt im Jahr 43 nach Christus erstmalig als Colonia Claudia Sabariensum erwähnt. Die kleine Siedlung erlebte nach der Begründung der Bernsteinstraße, die direkt an der Ortschaft vorbeiführte, einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung und verwandelte sich von einem Transitort für Reisende zu einer blühenden Stadt. Eine große Berühmtheit erhielt Szombathely dadurch, dass der Heilige Martin von Tours um das Jahr 317 in dieser Stadt zur Welt kam und später zu einem der wichtigsten europäischen Heiligen wurde.

In den folgenden Jahrhunderten war Szombathely in vielen regionalen und internationalen Ereignissen involviert. Im 8. Jahrhundert besuchte Karl der Große die Stadt, im 13. Jahrhundert fielen die Tataren über die Bevölkerung her. Im Jahr 1407 wurde der Ort in den Rang einer Stadt erhoben und während der Zeit der K.u.K. Doppelmonarchie war die Lage zwischen den beiden Hauptstädten Budapest und Wien ideal. Im 20. Jahrhundert musste Szombathely einige Rückschläge verkraften. Nach dem 1. Weltkrieg verlor das ehemalige Regionalzentrum an politischer Bedeutung, im 2. Weltkrieg zerbombten alliierte Truppen die Stadt fast vollkommen. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs konnte die Stadt wirtschaftlich wieder an Bedeutung gewinnen und strebt nun wieder an ein Regionalzentrum für Wirtschaft und Kultur zu werden.

Geographische Lage:

Szombathely befindet sich im äußersten Westen von Westtransdanubien, wodurch sich die Österreichische Grenze gerade einmal 10 Kilometer westlich von der Stadt befindet. Im Alpenvorland gelegen sind die städtischen Gebäude auf Hügeln errichtet und auch die umliegende Landschaft wird von sanften Hügeln geprägt. Die sehr junge Anbindung der Stadt an das ungarische Autobahnnetz macht es möglich Szombathely sowohl über die M86 Autobahn zu erreichen, als auch über verschiedene Landstraßen. Auch mit der Eisenbahn ist es unkompliziert möglich den städtischen Bahnhof aus Zentralungarn oder Österreich zu erreichen. 

Heutige Bedeutung:

Szombathely besitzt aus drei verschiedenen Sichtpunkten eine wichtige Rolle. Für die ungarische Wirtschaft hat sich Szombathely zu einem regionalen Industriezentrum entwickelt, insbesondere die Fahrzeug- und Elektronikindustrie ist durch mehrere Unternehmen vertreten. Für Archäologen und Forscher bieten Überreste der antiken römischen Siedlung wichtige Hinweise auf die Regionalgeschichte und den damaligen Alltag. Für religiöse Menschen hingegen ist die Stadt ein wichtiger Pilgerort, da an der Stelle der heutigen St. Martin Kirche einst das Geburtshaus des Heiligen Martin stand. Vor allem die letzten zwei Aspekte haben zahlreiche touristische und kulturelle Möglichkeiten geschaffen, die für internationale Gäste jedes Jahr interessanter werden.

Sehenswürdigkeiten:

Im Stadtzentrum von Szombathely trifft die Vergangenheit auf die Moderne. Ein wichtiges Wahrzeichen ist das Iseum aus der römischen Epoche. An diesem Ort wurde der altägyptische Isis-Kult ausgeübt, was für diesen Teil Europas absolut einzigartig ist. Gleich neben der Ausgrabungsstätte befinden sich die Kunsthalle und die städtische Synagoge, die heute als Musikschule genutzt wird. Das Savaria Museum und die römischen Ausgrabungsstätten ermöglichen weitere Einblicke in die älteren Abschnitte der Stadtgeschichte. Nicht weit vom Hauptplatz entfernt steht die Kathedrale von Szombathely, die gemeinsam mit dem Bischofspalast nicht nur einen wunderbaren Anblick bietet, sondern auch über die religiöse Geschichte der Stadt aufklärt.

Etwas östlich vom Stadtzentrum befindet sich die Sankt Martin Kirche. Dieses Gebäude ist wohl der wichtigste religiöse Ort von Szombathely, da hier über das Leben vom Heiligen Martin berichtet wird. Mit dem integrierten Besucherzentrum präsentiert die Kirche die regionale Geschichte und auch der große Friedhof hinter der Kirche ist einen Spaziergang Wert. Außerhalb vom Stadtzentrum können Besucher auch den Bootssee, das Arboretum und das Vas-Freilichtmuseum besuchen. Im Kámon Arboretum können die verschiedensten Pflanzen- und Baumarten entdeckt werden, die in Ungarn und Europa heimisch sind. Im Freilichtmuseum präsentieren Angestellte verschiedene Handwerke, die noch im letzten Jahrhundert und davor Teil des Alltages waren.  

Freizeitmöglichkeiten:

Neben den touristischen Angeboten ist Szombathely auch ausgezeichnet für eine Shoppingtour geeignet. Direkt im Stadtzentrum stehen sowohl Einzelgeschäfte als auch Supermärkte und Einkaufszentren zur Verfügung, in denen sämtliche typischen Produkte erworben werden können. Auch im Bereich der Kulinarik lohnt es sich nicht nur die Hauptstraßen zu erkunden, sondern auch in Seitenstraßen freundliche Restaurants und Cafés zu entdecken. Für Menschen mit Zahnproblemen ist die Stadt ein Synonym für günstige und qualitativ hochwertige Zahnbehandlungen geworden. Ungarische Zahnärzte betreiben hier mehrere Praxen, die bereits international bekannt sind, wodurch sich in den letzten Jahren ein bedeutender Zahnarzttourismus entwickelt hat. 

Programme:

Aufgrund der Größe der Stadt bietet Szombathely sowohl ständige kulturelle Programme als auch besondere Ereignisse. Zu den ständigen Angeboten gehören Theatervorführungen, Konzerte und Freilichtprogramme, die gerne besucht werden. Ein international bekanntest Ereignis ist zum Beispiel der geschichtliche Savaria Karneval, bei dem das antike Rom wiederbelebt wird. Auch während den Iseum Freilichtspielen huldigen römische Bürger der Götting Isis, während römische Legionäre Paraden organisieren. Am Sankt Martinstag veranstaltet die Kirche jedes Jahr einen großen Markt und Bazar, bei welchem regionale Erzeugnisse erworben werden können und der Markt mit Kulturprogrammen ergänzt wird. Sehr sehenswert sind zum Beispiel das Béla Bartók Musikfestival und der internationale Savaria Tanzwettbewerb. 

Zusammenfassung:

Bei einem Besuch in Szombathely wird ersichtlich, dass es trotz geschichtlicher Widrigkeiten möglich ist die Anfänge einer Stadt zu bewahren und zu präsentieren. Die heutigen Sehenswürdigkeiten aus der römischen Zeit stellen einen unschätzbaren geschichtlichen Schatz dar, der über die Vergangenheit aufklärt. Im starken Kontrast zum Isiskult liegen auch der katholische Dom sowie die St. Martin Kirche vor, die dennoch genauso in das Stadtbild passen wie die aus christlicher Sicht heidnischen Bauwerke. Doch neben den statischen Bauwerken wird Szombathely durch die vielen Shoppingmöglichkeiten und den zahlreichen Freizeitorten leben eingetaucht. Schon ein Spaziergang am Hauptplatz zeigt ein Bild einer geschäftigen Stadt, die sowohl Wirtschaft als auch Tourismus besitzt. Programme wie der Karneval oder Orte wie der Bootssee machen Szombathely zu einem wunderschönen Ziel für Groß und Klein, welches Kultur, Spaß und Freizeit miteinander verbindet. Ein Besuch lohnt sich das ganze Jahr über, die schönste Zeit ist aber sicherlich jene, in der sich das moderne Szombathely in ein römisches Zentrum verwandelt, in welchem man die europäische Geschichte hautnah erleben kann.

 

Weitere relevante Informationen

Komitatszugehörigkeit: Szombathely befindet sich im Komitat Vas

Geographische Lage: Die Stadt ist einer westlichsten Orte Ungarns und befindet gerade einmal 10 Kilometer östlich der Österreichischen Grenze

Verkehrsanbindung: Die Stadt kann sowohl über Autobahnen als auch über Zugverbindungen erreicht werden und liegt an einer kleineren Transitroute

Einwohner: Die Stadt besitzt eine Einwohnerzahl von 77.866 und zählt deshalb zu den mittelgroßen Städten des Landes

Webseite: http://www.szombathely.hu/staticpage/begrussung-des-burgermeisters/

Adresse des Tourinform Büros für Touristen: Király Utca 1/A / 9700 Szombathely

Stadtzentrum: Hauptplatz oder Fö Tér im geographischen Zentrum der Stadt

Sehenswertes: Museen / Bauwerke / religiöse Gebäude / Archäologische Objekte etc.

Freizeitmöglichkeiten: Bootfahren / Shopping / Wandern / Sport etc.

Unterkunftsmöglichkeiten: Hotels / Pensionen / Jugendherbergen


Karte der Stadt Szombathely


Bildquellen und Bildrechte:

(1) Pan Peter, 2011, Creative Commons 3.0

(2) Covyy, 2011, Creative Commons 2.5

(3) Pan Peter12, 2015, Creative Commons 4.0

(4) Pan Peter12, 2015, Creative Commons 4.0

Rechte:

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