Die malerische Stadt Szentendre in Pest

Szentendre (Sankt Andrä)

Die wunderschöne ungarische Stadt Szentendre liegt etwa 20 Kilometer nördlich von Budapest und 20 Kilometer südlich von Vác. Mit ihren rund 23.000 Einwohnern gehört sie zwar nicht zu den großen Städten Ungarns, aber dafür verzaubert die malerische Stadt seit Jahren die immer häufiger kommenden Touristen. Da Szentendre direkt am Ufer eines Seitenarmes der Donau gegründet wurde, ergibt sich ein harmonisches Bild einer Kleinstadt mit der Natur des Donauufers. Szentendre kann auch als Stadt der Kirchen bezeichnet werden, immerhin entdeckt man 7 Kirchen in den freundlichen Passagen der Stadt.

In der Geschichte von Szentendre war die Stadt besonders zu ihren Anfängen von großer Bedeutung. Nach archäologischen Funden war das Gebiet schon vor 20.000 Jahren besiedelt. Während der römischen Epoche war dieser Teil des Donauufers wichtig für den Limes gegen die Barbaren aus dem Osten. Nach der Aufgabe der Römer wurde Szentendre 1009 von den Magyaren neu belebt. Der Name stammte von einer damaligen Kirche, die dem heiligen Andreas gewidmet war. Während der türkischen Besatzung wurde die Stadt fast aufgegeben, doch nach der Rückeroberung Ungarns siedelten sich nicht nur Ungarn, sondern auch Serben und Slowaken an und lebten zusammen im wachsenden Szentendre. Seit dem 19. Jahrhundert änderte sich das Stadtbild kaum, nur nach 1990 nutzte der ungarische Tourismus die Stadt und dementsprechend wurden für Gäste einige Möglichkeiten geschaffen.

Trotz der Größe von Szentendre ist es nicht leicht alle Sehenswürdigkeiten der Stadt an einem Tag anzusehen. Bereits die religiösen Gebäude wie die römisch-katholische Kirche, die serbisch-orthodoxen Kirchen und die reformierte Kirche laden zu einem Besuch ein, um sich die wunderbaren Innendekorationen der Kirchen anzusehen. Anschließend findet man auf dem Hauptplatz die Pestsäule und das Rathaus der Stadt, deren Ambiente mit alten Bäumen verschönert wird. Eine ganz besonders süße Versuchung ist das Marzipanmuseum, welches den ungarischen Marzipan näher bringt und einzigartige Figuren in allen möglichen Formen anbietet.

Sobald man sich in die romantischen Gassen von Szentendre begibt, entdeckt man nicht nur kleine Souvenirshops mit heimischen Erzeugnissen, sondern auch viele Künstler, die ihre Werke anbieten. Seit fast 100 Jahren ist Szentendre auch eine Künstlerkolonie und deshalb siedelten sich hier einige bekannte Künstler an. Einigen von ihnen sind auch die vielen Museen der Stadt gewidmet. So gibt es das Czóbel-Museum, das Lajos-Vajda-Museum und die Margit-Kovács Sammlung. Des weiteren gibt es das 1967 errichtete Freilichtmuseum etwas nördlich der Stadt, welches über den ethnographischen Wandel der Ungarn mit Gebäuden und Ausstellungsobjekten berichtet. Eine weitere sehr süße Versuchung ist das Konditoreimuseum, welches sich mit der weltbekannten Dobostorte befasst.

Ein unvergleichlich schönes Erlebnis ist ein Spaziergang entlang des Ufers. Während auf der einen Seite die historischen Gebäude von Szentendre zu sehen sind, fließt auf der anderen Seite die majestätische Donau vor sich hin. Parallel zur Promenade entdecken Besucher etliche Cafés, ungarische Restaurants und auch einige Imbissstände, die zu einer Pause mit einem herrlichen Ausblick einladen. Besonders im Sommer erblühen die Bäume und Pflanzen dieses Weges und wenn die Wassertemperatur warm genug ist, kann man sich sogar am Ufer etwas abkühlen. Auch abends ist der Weg sehr schön beleuchtet, wodurch eine romantische Stimmung entsteht, die aufgrund des geringen Verkehrsaufkommens praktisch nicht unterbrochen wird.

Szentendre ist wirklich eine wunderbare Stadt, die den Zauber einer Kleinstadt beibehalten hat. Die freundlichen barocken Gebäude und die kleinen Gässchen bieten ein herrliches Ambiente mit Künstlern und kleinen Souvenirläden. Die Sehenswürdigkeiten der Stadt bringen die ungarische Kultur und auch die ungarische Kulinarik näher und am Donauufer kann man schöne Spaziergänge machen. Szentendre ist mit dem Vorstadtzug HÉV verbunden, deshalb kann man einen Tagesausflug zur Stadt mit dem HÉV organisieren. Als Souvenirs eignet sich insbesondere der ungarische Marzipan, der ursprünglich aus Szentendre kommt und in den verschiedensten Formen und Größen vorhanden ist. Diese Stadt könnte wahrlich den Titel Ungarns schönste Kleinstadt erhalten.


Karte der Stadt Szentendre