Der berühmte Donau Fluss in Ungarn

Die Donau (Duna)

Die Donau ist nicht nur der größte der ungarischen Flüsse, sondern auch ein Teil der Geschichte Ungarns. Sein Verlauf durch das Herz des Landes hat nicht nur ungarische Städte an den Ufern entstehen lassen, die Donau war auch und ist essentiell für den Flussverkehr, den Tourismus in Ungarn, die Wirtschaft und die ungarische Kultur. An den dünn besiedelten Ufern des Flusses erlebt man noch die ungarische Fauna und Flora in ihrer vollen Pracht. Trotz einer Tiefe von durchschnittlich 2-3 Metern konnte die Donau bei Überschwemmungen viel Schaden anrichten, doch mit jeder Überschwemmung brachte der Fluss auch nährenden Schlamm für Pflanzen und Ackerland. Die Donau war immer ein Teil Ungarns und wird es auch immer sein.

Bereits vor einer Million Jahren bahnte sich die Donau ihren Weg durch Europa und floss während dieser Strecke auch durch Ungarn. Während die Kelten viele Jahrtausende später den Fluss als Fisch- und Wasserquelle nutzen, bauten die Römer später Galeeren, um die Grenzen ihres Reiches auf dem Fluss zu verteidigen. Seit der industriellen Revolution war die Donau ein wichtiger Transportweg für Waren, und aufgrund einer besseren Infrastruktur wurden auch zahlreiche Brücken über den Fluss geschlagen, die älteste in Ungarn ist die Kettenbrücke. Während dem 2. Weltkrieg diente sie als natürliches Hindernis gegen die marschierenden Russen, um mehr Zeit für eine Evakuation der Menschen zu gewinnen. Nach der Wende wurde die Donau eine wichtige Touristenattraktion und auch eine Anreisemöglichkeit nach  Ungarn. Die Magyaren verdanken der Donau sehr viel und in diesen Jahren beginnen die Menschen auch darüber zu denken, wie sie dem Fluss auch etwas zurückgeben können.

Um die Donau in Ungarn besser kennen zu lernen, ist es hilfreich einige Daten über den größten Fluss des Landes zu wissen. Der Fluss verläuft 417 Kilometer lang durch Ungarn und bildet gleichzeitig 240 Kilometer lang die natürliche Grenze zur Slowakei. Früher war sie 120 Kilometer länger, doch Flussregulierungen gegen unnötige Bögen im 19. Jahrhundert veränderten die Route des Wassers. Bei Rajka betritt die Donau im Westen Ungarns das Land, und verlässt es wieder einige Kilometer nach Mohács im Süden. Der Fluss hat natürlich nicht nur einen Hauptarm, sondern noch viele Nebenarme, an denen sich viele Städte entwickelt haben. Zu den bekannten Inseln des Flusses gehören die Margareteninsel, die Szentendreinseln und die Csepelinseln. Der Verlauf des Flusses passiert auch zwei ungarische Nationalparks, wobei diese Regionen unter strengem Naturschutz stehen.

Auch die Städte der Donau sind natürlich erwähnenswert. Nachdem der Fluss Rajka passiert, fließt das Gewässer gemächlich Richtung Osten. Dabei verläuft sie an den Städten KomáromEsztergom und Visegrád. Bei Vác macht sie beim berühmten Donauknie eine fast perfekte 90° Wendung Richtung Süden und fließt Budapest entgegen, wobei sie vorher noch Szentendre passiert. Nachdem die Donau die Hauptstadt des Landes durchfließt, setzt sie ihren Weg Richtung Süden fort und dabei kommt sie an den Städten RáckeveDunaújváros und Baja vorbei. Bei Mohács verabschiedet sich die Donau von Ungarn und fließt nach Kroatien weiter. Viele weitere Städte liegen noch an diesem Fluss, und jede Stadt profitiert von den friedlichen Wassermassen.

Für die ungarische Kultur spielt die Donau eine sehr wichtige Rolle. Einerseits war die Wasserquelle für viele Städte ein ausgezeichneter Niederlassungsort. Andererseits entstanden einige Sehenswürdigkeiten an der Donau wie zum Beispiel die Budapester Brücken oder die Basilika in Esztergom. Auch die Fischerei hat nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die ungarische Kulinarik beeinflusst. Eine ungarische Fischsuppe wird normalerweise mit Fischen aus der Donau zubereitet. Die ruhigeren Passagen und die Nebenarme des Flusses bieten wunderbare Möglichkeiten für Bootstouren und Erkundungstouren der Natur an, was nicht nur Einheimische nutzen, sondern auch immer mehr Touristen.

Auch der ungarische Tourismus würde darunter leiden, wenn es die Donau nicht geben würde. Eine Anreise mit dem Schiff ist auf dem Fluss kein Problem. Man steigt in Wien aufs Schiff und steigt in Budapest wieder aus. Der Bootsverkehr wurde allgemein vom Tourismus stark beeinflusst. Gäste können mit modernen Schnellschiffen an einem Tag nach Szentendre, dann zum Donauknie und wieder zurück nach Budapest und dabei so einiges entdecken. Zusätzlich ist zum Beispiel Angeln an der gesamten Donau kein Problem. Was wäre das Land ohne die wunderschönen Strände an den Flussufern, die ein mediterranes Gefühl vermitteln. Auch einige FKK Strände haben sich an dem Fluss angesiedelt und somit gibt es für alle etwas.

Bei all diesen Geschenken an Ungarn versuchen in den letzten Jahren immer mehr ungarische Bürger, aber auch andere EU-Bürger die Qualität der Donau zu steigern. Leider ist die Donau wie andere Flüsse in Europa auch ein Opfer der ungefilterten Abfall- und Abwasserentsorgung des Letzten Jahrhunderts. Egal ob es sich um Deutschland, Österreich, Ungarn oder Rumänien handelt, die Donau trägt die Verschmutzung und schafft es dennoch klares Wasser zu erzeugen. Deshalb hat es sich die ungarische Ratspräsidentschaft 2011 zu einem wichtigen Ziel gesetzt, die Donau als Erbe Europas zu schützen und die Verschmutzung so stark zu reduzieren wie möglich. Denn schließlich sollen auch die Besucher der kommenden Jahrzehnten die Donau als jenen Quell des Lebens entdecken, der Ungarn so viel geschenkt hat.