Eine einzigartige Fahrt mit dem Libegö mit Aussicht auf Budapest

Der Budapester Sessellift am János Berg (Libegö)

Es hat über 40 Jahre gedauert, bis die ersten Pläne des Sessellifts tasächlich umgesetzt wurden
Zwar ist der Libegö unter vielen Touristen unbekannt, ein Besuch wird aber mit einer einzigartigen Aussicht auf Budapest belohnt (1)
In den 80er Jahren war sogar eine Schipiste mit einem Restaurant geplant
Auf einer Strecke von 1040 Metern kann bei der Auffahrt die Natur und bei der Abfahrt Budapest erlebt werden (2)
Die Bahn ist sowohl im Sommer als auch im Winter geöffnet
Die Talstation kann mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden, in der Nähe der Bergstation fährt die Kindereisenbahn vorbei (3)
Sehenswürdigkeiten die der Budaer Burgpalast können auch ohne Fernglas erkannt werden
Während der 12 Minütigen Fahrt wird der städtische Alltag durch eine idyllische Ruhe ersetzt (4)

Einleitung:

Das Stadtzentrum von Budapest ist unter anderem wegen der vielen Sehenswürdigkeiten und dem Donauufer das erste Ziel für städtische Touristen. Abseits dieser zentralen Orte gibt es aber einige touristisch sehenswerte Dinge, die unter den meisten ausländischen Besuchern unbekannt sind. Der János Berg, der sich an der westlichen Stadtgrenze befindet, ist nicht nur als Erholungsgebiet bekannt, sondern auch als Heimat von Budapester Sehenswürdigkeiten. Einer dieser interessanten Sehenswürdigkeiten ist zum Beispiel der Budapester Sessellift, der im Ungarischen einfach Libegö genannt wird. Das wie ein Schilift aussehende Transportmittel bringt Passagiere auf den Berg hinauf oder wieder hinunter, und ermöglicht gleichzeitig eine spezielle Aussicht auf Budapest, die nirgendwo sonst möglich wäre.

Geschichte:

Die ersten Pläne für eine Sesselliftkonstruktion mit Stahlseilen entstanden bereits am Anfang des 20. Jahrhunderts. Da ein solches Bauvorhaben die Errichtung des ersten ungarischen Sessellifts bedeutet hätte, schlug István Hantos 1933 eine Strecke vor, die den Stadtteil Zugliget mit dem János Berg verbinden sollte. Die ersten Blaupausen wurde angefertigt, jedoch kam es in den nächsten Jahren zu keinem Ausbau mehr. Zunächst verhinderte der Zweite Weltkrieg einen Bauvorschritt, danach war die Stadt mit dem Wiederaufbau beschäftigt, bei dem die Priorität des Libegö schnell sank.

Erst 1967 wurde für den Bau des Libegö eine Baugenehmigung erteilt und schon ein Jahr später begannen die Bauarbeiten. Für die Ingenieure stellte das Unterfangen eine große Herausforderung dar, da der Materialtransport zur Steilen Liftstrecke kein alltägliches Unterfangen war. Zunächst mussten Bäume gefällt werden, um eine Schneise in die dicht bewaldete Region entstehen zu lassen. Danach wurde mit Maschinen, aber auch mit Schlitten, ein Pfeiler nach dem anderen errichtet, während auch der Bau der zwei Stationen begann. 1970 fand die Eröffnung des ersten ungarischen Stahlsessellifts statt und für die Bewohner von Budapest war es eine Sensation. In den folgenden Jahren kamen so viele Touristen zur Bahn, dass sogar über eine Expansion nachgedacht wurde.

Nach einem 10-jährigen Betrieb wurden Pläne für den Ausbau des Budapester Sessellifts erstellt. Die Attraktion sollte nicht nur ein Restaurant erhalten, sondern auch eine eigene Schipiste, was im gesamten Land einzigartig gewesen wäre. Diesen Ideen folgte auch die Überlegung ein größeres Liftnetz zu errichten, das durch die Berge von Westbudapest führen würde. Keiner der Pläne wurde umgesetzt, da die politische Wende und die Folgen der Planwirtschaft den Ausbau verhinderten. 1992 wurde eine Generalsanierung durchgeführt, obwohl es bis zum heutigen Tag keinen einzigen Unfall gegeben hat. Auch wenn die derzeitigen Pläne für einen Ausbau in Schubladen verschwunden sind, so zeigt das immer größer werdende Interesse seitens ausländischer Touristen, dass der Libegö ein weiterhin großes Potenzial aufweist.

Geographische Lage:

Die Strecke des Libegö liegt vom Stadtzentrum aus in nordwestlicher Richtung und ist von der westlichen Stadtgrenze rund einen Kilometer entfernt. Die Lage am János Berg erzeugt ein ruhiges und entspannendes Ambiente, dass inmitten einer Metropole etwas Besonderes ist. Die Anfahrt ist am leichtesten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln möglich, immerhin fährt einer der Budapester Buslinien direkt zur Talstation. Auch die Anreise mit dem eigenen Fahrzeug ist ohne Probleme möglich, doch die beliebteste Art ist die Nutzung der Budapester Kindereisenbahn, da auf diese Weise mehrere Sehenswürdigkeiten kombiniert werden können. Die kleine Eisenbahn besitzt nämlich eine Bergstation, die nur wenige Meter von der oberen Station des Sessellifts entfernt ist.

Technische Daten:

Die technischen Details des Budapester Sessellifts zeigen, welch beeindruckende Leistung es damals war das Transportmittel zu errichten. Die Gesamtstrecke des Lifts beträgt 1040 Meter und verläuft in der damals ausgehobenen Waldschneise. Das Stahlseil, auf dem sich die Sessel befinden, ist als Schleife errichtet und fährt durch mehrere Säulen, die im Boden verankert sind. Während einer Fahrt wird ein Höhenunterschied von beachtlichen 262 Metern bewältigt und die leistungsstarken Elektromotoren betreiben die Bahn mit einer Geschwindigkeit von ungefähr 5 km/h. Bei einem 6-tägigen Betrieb müssen alle Komponenten regelmäßig überprüft werden, so wird für diese Aufgabe normalerweise der Sonntag genutzt und seit über 40 Betriebsjahren gab es keine einzige nennenswerte Störung.

Stationen:

Die zwei Stationen, von denen man auf den Libegö aufsteigen kann, ähneln vielen anderen Sesselliftstationen. Die Talstation von Zugliget besitzt eine Kassa und eine Ein- und Ausstiegsmöglichkeit. Die Infrastruktur ist so ausgerichtet, dass Besucher die Bahn sowohl im Sommer, als auch im Winter nutzen können. Nachdem die Reise zur Bergspitze beginnt, gelangt man nach ungefähr 12 Minuten zur Bergstation. Diese wurde damals im hiesigen Wald errichtet, der heute unter Naturschutz steht. Der Stil der Station gleicht jenem der Talstation, wodurch auch hier das ein- oder aussteigen sehr einfach ist. Falls man etwas essen möchte, dann steht ein kleiner Imbiss zur Verfügung, der sich innerhalb der Bergstation befindet.

Aussicht:

Während einer Fahrt mit dem Budapester Sessellift bietet jede der beiden Fahrtrichtungen unterschiedliche und interessante Aussichten an. Bei der Fahrt in Richtung Bergstation sind die Sommermonate für eine schöne Aussicht auf die Umgebung am besten geeignet. Während der Fahrt wird nämlich ersichtlich, dass die noch vor einigen Jahren stark belastete Natur sich außerordentlich erholen konnte. Zwischen saftigen Laubbäumen verstecken sich Vögel und andere Waldtiere, die aufgrund der geräuscharmen Fahrt oftmals zur Waldschneise kommen. Zwischen dem Wald tauchen ab und zu einige Berghäuser auf, mit denen ein Besucher in Budapest normalerweise nicht rechnet, weshalb die Gebäude an sich eine Sensation sind.

Bei der Fahrt in die Talstation bietet der Libegö eine Aussicht an, von der manche Besucher schon gesagt haben, dass sie sie niemals vergessen werden. An klaren Tagen können große Teile der gesamten Stadt gesehen werden, so sind zum Beispiel der Gellért Berg oder das Budapester Burgviertel zu sehen. Im Norden können jene Berge entdeckt werden, bei denen auch das Donauknie gefunden werden kann. Erst bei diesem Anblick wird klar, dass Westbudapest eigentlich mehr Wälder als Gebäude besitzt und warum diese Stadthälfte oftmals als Budapester Lunge bezeichnet wird. Die Aussicht im Winter ist manchmal sogar besser als im Sommer, da die Baumkronen keine Blätter aufweisen, das allgemeine Wetter im Winter sorgt aber oftmals für leichten Nebel.

Zusammenfassung:

Die periphere Lage vom Budapester Sessellift macht diese Sehenswürdigkeit zu einem absoluten Geheimtipp. Es ist verständlich, dass man während einem städtischen Besuch die bekanntesten Sehenswürdigkeiten im Stadtzentrum sehen will, bei genügend Zeit sollte aber auch dieser Ort in Betracht gezogen werden. Für Gäste, die nicht allzu weit reisen möchten, aber für einen Halbtag aus dem hektischen Alltag der Stadt entfliehen möchten, ist der Libegö eine wunderbare Ausflugsdestination. An der Bergstation angekommen kann nicht nur die Kindereisenbahn genutzt werden, sondern auch der Elisabeth-Aussichtsturm besichtigt werden, der einen Ausblick auf ganz Budapest ermöglicht. Die einst ambitionierten Pläne des Libegö wurden damals nie verwirklicht, doch die wieder steigende Beliebtheit dieser Attraktion kann eines Tages vielleicht dafür sorgen, dass Gäste im Sommer ein Sesselliftnetz nutzen können, während im Winter die städtische Schipiste zur Verfügung stehen wird.

Weitere relevante Informationen

Original Ungarischer Name: Zugligeti Libegö

Adresse: Zugligeti Út 97 / 1121 Budapest

Geographische Koordinaten: Breitengrad 47.516541 / Längengrad 18.974515 oder 47°30'59.5"N / 18°58'28.2"E

Meereshöhe: 235 Meter

Telefonnummer: Derzeit keine verfügbar

E-Mail: Derzeit keine verfügbar

Webseite: http://www.bkv.hu/de/de/sesselift/Fahrscheine

Öffnungszeiten: Der Sessellift ist das ganze Jahr über täglich geöffnet. Die Öffnungszeit beginnt in jedem Monat um 10:00 Uhr und endet je nach Monat wie folgt: Januar bis 15:30 Uhr, Februar bis 16:00 Uhr, März bis 17:00 Uhr, April bis 18:00 Uhr, Mai bis August bis 19:00 Uhr, September bis 18:00 Uhr, Oktober bis 17:00 Uhr (außer die letzten Tage, da bereits um 16:00 Uhr) und die verbleibenden Monate bis 15:30 Uhr

Eintritt: Erwachsene 1000Ft / Studenten und Senioren 600Ft

Zugang: Der Sessellift befindet sich im westlichen Waldgebiet von Budapest und ist relativ weit von Stadtzentrum entfernt. Vom Széll Kálmán Platz kann die Station mit den Buslinien 21 oder 21A erreicht werden. Auch die Budapester Kindereisenbahn hält bei einer Station, von welcher aus der Lift schnell erreicht ist

Informationen: Beschilderungen stehen in Ungarisch zur Verfügung

Karte des Libegö am János Berg


Bildquellen und Bildrechte:

(1) Bernhard Steiner, 2010, Creative Commons 3.0

(2) Hu Totya, 2008, Creative Commons 3.0

(3) Hu Totya, 2008, Creative Commons 3.0

(4) Hu Totya, 2008, Creative Commons 3.0

Rechte:

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